Wolfsgeschichten auf Hundemesse

20./21. April 2013 - Auch zur 2. Traventhaler Hundemesse hat uns der Veranstalter freundlicherweise auf das Landgestüt Traventhal dazu eingeladen, einen Infostand über die freilebenden Wölfe zu gestalten. Die Hundemesse findet gemeinsam mit einem Landmarkt statt, sodass es jedes Jahr viele Tausend Besucher auf das Gelände mit dem einmaligen Ambiente zieht. Es kann hier „Drinnen und Draußen“ über Hunde oder eben auch Wölfe informiert werden. Wir, die AG Nord des Freundeskreises freilebender Wölfe, nutzen gerne die Gelegenheit, um unseren Verein und die Wölfe auf dem Außengelände zu präsentieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass Schleswig Holstein in letzter Zeit häufiger von Wölfen besucht wird - einige auch auf dem Durchzug nach Dänemark, wo es bereits zwei Nachweise gab - ist es wichtig, die Bevölkerung über das Verhalten von Wölfen aufzuklären. Im Traventhaler Außenbereich gibt es jedesmal diverse Aktionen von Hund und Mensch. Gerne würden auch wir Besucher zu Mitmach-Aktionen animieren, aber dazu fehlt uns leider das - ehrenamtliche - Personal.

Doch wie schon die Jahre zuvor kamen auch dieses Mal viele Besucher an unseren Infostand und hörten sich die aktuellsten Informationen zu den freilebenden Wölfen an. Einige von ihnen berichteten uns auch von Erlebnissen mit Wölfen in der freien Natur. Etliche Besucher erzählten von „Wolfsspuren“, die sie gesehen hätten - was auch immer es gewesen sein mag. Sie sagten, sie hätten es lieber für sich behalten, um keine größeren Aktionen loszutreten. Wir informierten sie dann darüber, dass gerade solche Funde für den Wolfsschutz sehr wichtig seien, um sie zu erfassen und sich ein besseres Bild über die Wolfsbewegungen machen zu können.

Ein Hobbyschäfer erzählte von einem Wolfsbesuch auf seiner Weide in Schleswig Holstein. Obwohl die  Weide von einem festen Zaun umgeben ist, schaffte es der Wolf, das Hindernis zu überwinden. Da er deutliche Spuren hinterlassen hatte, war auch schnell klar, wie: Er schlüpfte an einer unsicheren Stelle unter dem Zaun hindurch. Zum Glück weideten zu diesem Zeitpunkt keine Nutztiere dort, doch der Wolf fand dennoch etwas zu fressen: ein Reh, das sich im Zaun verfangen hatte und sehr wahrscheinlich schon einige Tage tot war. Er fraß von dem Kadaver und verschwand danach spurlos.

Die Erzählung unseres Besuchers zeigt, dass es immer wieder Erlebnisse gibt, die für uns nicht nur interessant sind. Erfahren wir rechtzeitig davon, können wir die Nutztierhalter beraten und aktive Hilfe leisten. Wir können deshalb nur jeden, der etwas "Wolfsverdächtiges" gesehen hat, ermuntern, seine Entdeckung dem Wolfsinformationszentrum Eekholt zu melden oder den ausgebildeten Wolfsbetreuern Schleswig-Holsteins unter unseren Mitgliedern.

Wolfsbetreuer:
jens.matzen@freundeskreis-wolf.de
jens.hennings@freundeskreis-wolf.de
beatrix.stoepel@freundeskreis-wolf.de

Wolfsinfozentrum Eekholt link