Zu Gast im Bärenwald Müritz

Auch in Mecklenburg gibt es freilebende Wölfe, deshalb hat sich die AG Nord des Freundeskreises auf den weiten Weg gemacht, um hier im Bärenwald Stuer, am Südende des Plauer Sees, einen Infostand am Sonnabend des 04. Mai 2013 zur Aufklärung der Bevölkerung zu machen. Zu dieser Veranstaltung hatte uns der „NABU“ eingeladen und solche Angebote nehmen wir gerne an, um die Besucher gegen falsche Vorurteile aufzuklären. Auch der „Umweltminister“ des Landes Mecklenburg Vorpommern war eingeladen, um hier einige Worte zur Entschädigungsregelung für die Nutztierhalter  im „Managementplan Wolf“ zu sagen. Nur wenige Besucher machten sich auf den Weg in den Bärenwald, um den Worten des Ministers des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus, an diesem besonderen „Bärentag“ zu lauschen. Wer nur wegen des „Umweltministers“ hier her kam, wurde enttäuscht, denn unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung, kam die Absage des Ministers.

Auf einer Fläche von ca. 16 ha betreibt der Verein „VIER PFOTEN“ eines von drei Bärenparadiesen in Deutschland.

1. Bärenpark Worbis
2. Bärenpark Schwarzwald
3. Bärenwald Stuer hier in Mecklenburg

Hier an der Südspitze des Plauer Sees liegt Westeuropas wohl größtes Bärenschutzzentrums. Es wird versucht hier Bären aus schlechter Haltung, oder weil sie einfach nur weg müssen, eine bärengerechte Unterbringung zu geben. Ein besonderes Erlebnis ist es zu sehen, wie die Braunbären sich im dichten Mischwald tummeln und in den angelegten Teichen baden. Auch haben sie hier die Möglichkeit sich eine Ruhehöhle für den nächsten Winter zu graben. Man kann hier beobachten, wie die geschundenen Bären zu bärengerechten Verhalten zurückfinden. Einzelne Bären zeigen aber noch deutlich, was aus ihnen von Menschen gemacht wurde, sie schaukeln mit dem Kopf, sehen ständig nach oben, weil für sie von dort das Futter kam, oder rennen schaukelnd gegen geschlossene Tore.

Um das unseren freilebenden Wölfen zu ersparen, ziehen wir mit unserem Infostand ständig von einer Veranstaltung zur Nächsten. Es ist nicht nur die Aufklärung der Bevölkerung wichtig, sondern wir versuchen auch Nutztierhalter auf die Rückkehr der Wölfe vorzubereiten, indem wir zeigen, wie Nutztiere vor Wölfen geschützt werden können.

Ein jugendlicher Besucher fragte, ob wir Löwen hätten, denn Wölfe kenne er nicht. Das zeigt deutlich, wie wichtig solche Infostände sind.

Auch trifft man, weit entfernt von der Heimat, bekannte Gesichter, die hier mit ehrenamtlichen Helferinnen auftauchen um sich den Bärenwald anzusehen. Für uns ist es immer wieder ein angenehmes Erlebnis, denn es zeigt, dass man nie allein ist und auch die vielen Fragen der Besucher zeigen uns, es muss weitergehen. Viele Menschen kennen die Problematik mit dem Wolf nicht, das Märchen Rotkäppchen ist einfach noch festgebrannt in ihren Köpfen.

Text und Bilder: Jens Hennings