Junsele - viermal umgesiedelt

Abb. 1: Junseles Odysee (c) Schwedisches Naturschutzamt Naturvardsverket 2013

27.6.2013 – Stockholm: Im Jahr 2011 tauchte eine Wölfin aus der Karelischen Population bei Overhogdal in der schwedischen Provinz Jämtland im Rentiergebiet auf. Die Russische Wölfin – auch Susi oder M11-14 genannt – wurde von den schwedischen Behörden aber als so wertvoll erachtet, dass sie nicht erschossen werden sollte. Also entschied das Schwedische Naturschutzamt Naturvardsverket, die Wölfin einzufangen und weiter im Süden wieder freilassen. Viermal wurde sie gefangen und viermal lief sie wieder in die Rentiergebiete zurück (siehe Abb. 1). Zuletzt war die Wölfin am 14. März 2013 in der Provinz Junsele eingefangen worden. Man versah sie erneut mit einem Halsbandsender und ließ sie 500 Kilometer weiter südlich wieder frei. Auch dieses Mal lief sie schnurstracks wieder zurück ins Winterweidegebiet für Rentiere. Die Wölfin ist innerhalb der drei Jahre insgesamt also rund 2.000 Kilometer weit gewandert. Da die Rentierhalter inzwischen genug Zeit hatten, ihre Tiere an einen anderen Ort zu verbringen, darf die Wölfin hier nun zunächst leben.

Schwedische Population von Inzucht bedroht

Abb. 2: Verbreitung von Wolfsrudeln und- Paaren in Skandinavien Februar 2013 (C) Rovdata

Die schwedische Wolfspopulation ist sehr isoliert von der benachbarten finnisch-karelischen Population (Abb. 2) und mittlerweile stark von Inzucht betroffen. Alle ca. 150 Wölfe, die 2007 in Schweden lebten, stammten von nur drei Vorfahren. Es gibt zwar immer wieder Zuwanderung aus Russland, der Wanderkorridor geht aber durch ein Gebiet, in dem traditionell Rentiere im Freiland gehalten werden und die Rentierzüchter dulden keine Wölfe in diesen Gebieten. (SKn)

Quellen:
Schwedisches Naturschutzamt Naturvardsverket 27.6.2013 (link)
Rovdata 2013: Vorläufiger Statusbericht zu den Wölfen in Skandinavien (Download)
Dörfer, K. (2011): Situation der Wölfe in Schweden (Download)