1. Wolfstag im Wildpark Johannismühle am 16. Februar 2008

Wir schreiben das Jahr 2008. Seit nunmehr 10 Jahren gibt es wieder freilebende Wölfe in Deutschland. Neben dem Nordosten Sachsens, wo territoriale Wölfe leben, ist Brandenburg das zweite Bundesland, in dem sich Hinweise auf Wolfsvorkommen mehren und verstärken. Mehr als 500 Besucher folgten der Einladung zum 1. Wolfstag im Wildpark Johannismühle. Sie nahmen am 16. Februar 2008 an einem ganztägigen Programm rund um den Wolf teil und verfolgten Vorträge und eine Podiumsdiskussion mit Brandenburger Wolfssachverständigen. Prof. Dr. Heribert Hofer, Direktor des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, moderierte die Expertenrunde. Wie Gerd Schumann vom Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte, gibt es in Brandenburg Wolfshinweise aus verschiedenen Regionen. Brandenburg sei ein flächendeckendes Wolfserwartungsland, weshalb man bestrebt sei, ein flächendeckendes Netz aus Helfern zu organisieren. In Brandenburgischen Forstämtern gäbe es eigens dafür geschulte Mitarbeiter. Die Truppenübungsplätze seien, wie dies auch in Sachsen der Fall ist, geeignete und gern angenommen Aufenthalts- und Rückzugsgebiete der Wölfe. Die Angebote für Wolfsschulungen werden von den Brandenburgischen Jägern mit großem Interesse wahrgenommen, so Dr. Wolfgang Bethe, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg. Prof. Dr. Heribert Hofer betonte, dass die effektive Bestandsgröße einer Tierart die Zahl derjenigen Individuen sei, die sich tatsächlich fortpflanzen. Für Sachsen ist das Vorkommen von drei reproduzierenden Wolfsrudeln dokumentiert. Ein Wolfsrudel ist ein Familienverband bestehend aus zwei Elterntieren, deren Welpen und Jährlingen. Folglich ist aktuell eine effektive Bestandsgröße von gerade mal 6 Tieren zu verzeichnen. Deren Nachwuchs unterliegt einer hohen Welpensterblichkeit. Abwandernde Jährlinge sind darauf angewiesen, einen geeigneten Geschlechtspartner zu finden. Neben Sachsen und Brandenburg weisen auch andere Gebiete in Deutschland Habitateigenschaften auf, die mit den Verhältnissen in den aktuellen Wolfsgebieten vergleichbar sind. Die Akzeptanz durch den Menschen ist wohl das entscheidende Kriterium, das einen potentiellen Lebensraum zum tatsächlichen Lebensraum für Wölfe macht. Der Freundeskreis Wölfe in der Lausitz e.V. hat sich mit Informationen und Diskussionsbeiträgen an der Öffentlichkeitsarbeit des Wildparks Johannismühle beteiligt, um diesem gemeinsamen Ziel wieder ein Stück näher zu kommen.

Bericht: Janine Meißner