Wolfs-„Gutachten“ zum Unfall an der B6 in Meißen ist reine Spekulation

PRESSEMITTEILUNG

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Wolfs-„Gutachten“ zum Unfall an der B6 in Meißen ist reine Spekulation

18.02.2014 – Much-Marienberg: Das sogenannte Beweissicherungsgutachten von Herrn Wernher Gerhards zum tragischen Unfall an der B6 in Meißen-Zehren am 10. Dezember 2013, bei dem zwei Autofahrer schwer verletzt und neun Jungpferde zu Tode kamen, mit dem er eine Wolfsbeteiligung nachweisen will, ist als wissenschaftlich fundiertes Gutachten nicht anzuerkennen.

Die in Gerhards’ Eigenregie geführte Rekonstruktion des Hergangs besteht aus Vermutungen und reinen Spekulationen. Zudem bedient sich Gerhards einer Polemik, die in einem sachlichen Gutachten nichts zu suchen hat. Auch wenn Gerhards versucht hat, seiner Abhandlung durch Hinzufügen einiger Fremdwörter und fragwürdiger Rastersysteme einen wissenschaftlichen Charakter zu verleihen, so erkennt doch der intelligente Leser gleich, dass es sich hier um reine Meinungsmache handelt. Gerhards vermischt Fakten mit Spekulationen, persönlichen Ideen und vermeintlichen Beweisen zu einem Brei von wilden Verschwörungstheorien.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., der sich seit zehn Jahren für den Schutz und die Rückkehr des Wolfs einsetzt, hält das Vorgehen des Herrn Wernher Gerhards und seine spekulative und polemische Art der Gutachtenerstellung für absolut untragbar und wissenschaftlich nicht verwertbar. Jens Matzen, stellvertretender Vorsitzender und Herdenschutzbeauftragter, zu dem sogenannten Gutachten: „Das Gutachten des Herrn Gerhards trägt nicht zur Aufklärung des schrecklichen Unfalls bei, sondern schafft nur weitere Verunsicherung durch die meines Erachtens wissenschaftlich nicht haltbaren Mutmaßungen zum Unfallgeschehen. In einem Gutachten zählen nun einmal wissenschaftlich belegbare Fakten – Spekulationen und Polemik haben in einem Gutachten nichts verloren.“

Gerhards’ Beweissicherung stützt sich auf drei Tage nach dem Vorfall gesicherte, vermeintliche Wolfsspuren, die rund um den Ort des Geschehens verteilt waren. Und auf Zeugenaussagen, wonach Tage zuvor und auch danach Wölfe gesichtet und gehört wurden. Es ist keine neue Erkenntnis, dass sich dort Wölfe aufhalten und somit auch Spuren hinterlassen. Auch die Untersuchungsmethode der Spuren mittels Carolus-Kreuz ist kein gesicherter und zuverlässiger Nachweis und ist als solcher nicht anerkannt und folglich nicht zugelassen. Mittels dieser Methode lässt sich nicht zweifelsfrei klären, ob es sich um Wolf- oder Hundespuren handelt. Ein anerkannter Nachweis wäre zum Beispiel der geschnürte Trab über eine längere Strecke. Doch dieser konnte bei dem hier behandelten Vorfall nicht erbracht werden. Selbst wenn Spuren des geschnürten Trabs vorgefunden worden wären, so wäre dies auch wieder lediglich der Nachweis, dass sich in diesem Gebiet Wölfe aufhalten und kein Beweis dafür, dass die Wölfe auch für den tragischen Unfall verantwortlich sind.

Ebenso fragwürdig ist die Tatsache, dass Gerhards seine These erst Wochen nach dem Vorfall den Behörden zur Verfügung stellte und dies auch erst nach mehrmaliger Aufforderung.

Es ist zu erwarten, dass sich die zuständigen Behörden von einer derart propagandistischen, auf Spekulationen und Vermutungen aufgebauten Abhandlung distanzieren, da sie als wissenschaftliches Beweismittel nachweislich unbrauchbar ist.

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Anja van Elst (ve), Pressesprecherin Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.

E-Mail: anja.vanelst@freundeskreis-wolf.de

Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., Im Proffgarten 13, 53804 Much, www.freundeskreis-wolf.de