Erneut illegale Wolfstötung in der Lausitz

15.07.2014, Much – Am Sonntag, den 13.07.2014, wurde nahe der Kreisstraße zwischen Lömischau und Halbendorf (nördlich von Bautzen) im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, ein toter Wolf entdeckt. Das etwa ein Jahr alte, weibliche Tier wurde nachweislich durch einen Schuss getötet. Derzeit wird im Senckenberg-Institut für Naturgenetik in Hessen untersucht, zu welchem Rudel das Jungtier gehörte. Der Fundort liegt im Bereich des Daubaner Wolfsterritoriums.
Wölfe sind nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Ihre unerlaubte Tötung stellt eine Straftat dar. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse wurde Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen.
Auch der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., der sich seit zehn Jahren für den Schutz und die Rückkehr des Wolfs einsetzt, verurteilt diese schlimme Tat auf das Schärfste und wird ebenfalls Strafanzeige erstatten.
In den letzten sieben Monaten wurden bereits zwei weitere illegal geschossene Wölfe in Sachsen aufgefunden: im Dezember 2013 bei Hermsdorf (Landkreis Bautzen) ein mit 31 Schrotkugeln getöteter Wolfswelpe aus dem Milkeler Rudel und im März 2014 der Daubitzer Rüde bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz). In beiden Fällen wurde Strafanzeige erstattet. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt und bestraft werden; die Ermittlungen dauern noch an. Seit 2000 wurden damit in Sachsen sechs illegal getötete Wölfe aufgefunden. In fünf Fällen wurden die Tiere geschossen, ein Wolf wurde vorsätzlich überfahren.

Ansprechpartner
Uwe Tichelmann (Vorsitzender)
Im Proffgarten 13
53804 Much
Tel. 02245 – 911374
uwetichelmann@freundeskreis-wolf.de