2. Wendländische Wolfstage 5. und 6. April 2008

Während der Wolfstage wurden viele Bilder gemacht. Zu viele, um sie hier zu zeigen. Hier geht es zu den Bildern.

Am Wochenende des 5. und 6. April 2008 fanden die 2. Wendländischen Wolfstage in Mützingen im Landkreis Lüchow-Dannenberg statt. Organisatoren waren unsere beiden Vereinsmitglieder Doro Ostwald und Marion Rabe vom Fachgeschäft für naturnahe Haustierernährung Pfoten & Co. Nachdem die 1. Wendländischen Wolfstage vor zwei Jahren unter keinem guten Stern standen (Elbehochwasser), wurde es diesmal ein toller Erfolg. Auch durch den Wolfsabschuss bei Gedelitz im Dezember letzen Jahres, bekam diese Veranstaltung noch einmal mehr Gewicht.

Weit über 1000 Besucher nutzten die Gelegenheit sich über die Wölfe im Allgemeinen und im Besonderen über die frei lebenden Wölfe in Deutschland und evtl. sogar hier im Wendland , zu informieren. Gemeinsam eröffneten die beiden Organisatorinnen mit dem Landrat Jürgen Schulz die Veranstaltung.

Als dann um 12:00 Uhr am Sonnabend die Feuersirenen heulten, stimmten die vielen mitgebrachten Huskies  von „Nordische on Tour“ und dem Schlittenhundesportverein Nord ihren schaurig schönen Gesang an. Spätestens jetzt wusste auch der letzte Dorfbewohner das sich hier im Ort etwas Besonderes tat.

Danach wurden zur Demonstration die Huskies von Levke und Bernd (auch Vereinsmitglieder) vor den Trainingswagen gespannt und sie konnten zum Erstaunen der Zuschauer zeigen, wie viel Kraft in ihnen steckt. Nachmittags wurde ein Theaterstück der 3. und 4. Klasse der Grundschule Gusborn aufgeführt. Das Märchen vom „Wolf und den sieben Geißlein“ wurde von ihnen umgeschrieben in „Der Jäger und die sieben Wolfswelpen“. Für ihre hervorragende Leistung bekamen die Kinder von den Zuschauern sehr viel Beifall.

In dem großen Veranstaltungsraum gab es nun eine Pause und die vielen Besucher konnten sich an den zahlreichen Infoständen informieren. Wir hatten auf der Freifläche unseren Stand aufgebaut und die Besucher machten reichlich Gebrauch davon sich bei uns Informationen über die Wölfe und unsere Vereinsarbeit abzuholen. Häufigste Frage war, was die Menschen zu erwarten hätten, wenn der Wolf sich in den Wäldern weiter ausbreiten würde. Auch um ihre Haustiere machten die Besucher sich Gedanken. Wir waren erstaunt, wie viel Zustimmung wir für unsere Arbeit bekamen und keiner der vielen Besucher an unserem Stand war gegen die Rückkehr der Wölfe in ihrer Region. Die dadurch entstehenden Wildtierverluste sollte doch wohl jeder verschmerzen können, wobei es ja ohnehin viel zu viel Wild in den Wäldern gäbe, war die einhellige Meinung. Neben unserem Stand waren noch andere Stände wie z.B. die Nothilfe für Polarhunde e.V. „Nordlicht für Notfelle“, Nordische on Tour (Freizeit mit nordischen Hunden), Nothdog (Ausrüstung für den sportlichen Hund), Schlittenhundeverein Nord, Pfoten & Co (naturnahe Haustierernährung) und Paint Factory (Naturprodukte) auf dem Gelände vorhanden. Einige „Indianer“ hatten ihre Tipis aufgebaut in denen sie auch übernachteten und trugen etwas dazu bei, dass damit ein Hauch von Abenteuer und Wildnis entstehen konnte

Gesa Kluth hielt einen Vortrag über die Situation und den Erfahrungen mit den Wölfen in der Lausitz. Auch der Film von Sebastian Körner „Wölfe in der Lausitz“ wurde gezeigt. Im Anschluss daran gab es eine Diskussion zu dem Thema mit Gesa Kluth und Bärbel Pott-Dörfer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Der Abend klang am Lagerfeuer mit Trommelklängen und einem Feuertanz aus.

Der Sonntag gestaltete sich wie der Sonnabend, nur das es nicht den Vortrag von Gesa gab, sondern dafür einen Vortrag von der Wildbiologin Mungla Siek über ihre Arbeit in Wolfsprojekten in der Slowakei und Italien.

Ich fand es war eine großartige Veranstaltung, die nicht nur mir sehr viel Spaß gemacht hat und man kann nur hoffen, dass es auch die 3. Wendländischen Wolfstage geben wird. Wir können hier jedenfalls einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über den Umgang mit den sich wieder ansiedelnden Wölfen leisten.

Nach Abschluss der Veranstaltung bin ich von mehreren Besuchern angesprochen worden, die sich positiv über unseren Infostand geäußert haben und sich noch einmal bedankten über die vielen Informationen die sie bei uns zum Thema Wolf erhalten haben. Also Thorsten und Andreas, das gibt doch genügend Motivation weiterhin so aktiv an unserem Stand mitzuarbeiten.

Unsere nächste Veranstaltung wird am 1. Mai die Eröffnung einer Wolfsausstellung im Naturparkhaus Holsteinische Schweiz in Plön sein.

Ein ganz besonderes Ereignis möchte ich zum Schluss auch noch erwähnen. Ich konnte am Sonnabend eine Spende in Höhe von 355,- € für unsere Vereinsarbeit entgegennehmen. Die Spende bekamen wir von Herrn Hermann Holsten von ARCHAEO, der dieses Geld von den Teilnehmern einer Bogenschießveranstaltung hatte und es uns zu Gunsten der Wölfe übergab.

Also hier an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle Spender, wir werden es zum Wohle der frei lebenden Wölfe in Deutschland verwenden.

Bericht: Jens Hennings