Deutschland ist Wolferwartungsland – jetzt schon Planen

11.12.2014, Much – Bevor der Wolf ausgerottet wurde, lebte er völlig selbstverständlich in unseren Wäldern. Er wurde brutal bejagt und war komplett verschwunden. Nun ist er zurückgekehrt. Über seine Rückkehr freuen sich Artenschützer und Wildtierfreunde. Jedoch bedeutet sein Wiederauftauchen auch eine große Herausforderung für die Nutztierhalter. Der Wolf kehrt allmählich und mit steigender Population nach Deutschland zurück und wir müssen wieder lernen, mit ihm zu leben.

Wölfe sind nicht besonders wählerisch, was ihren Lebensraum betrifft. Sie sind sehr anpassungsfähig. Wölfe benötigen lediglich ein Rückzugsgebiet, in dem sie sich tagsüber aufhalten und ihre Jungen großziehen können. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Umgebung um diesen Rückzugspunkt dichtbesiedelt oder wild und einsam ist.

Der Wolf reißt vorzugsweise Rehe, Wildschweine und Hirsche, auch Hasen, Füchse, Insekten, Vögel, Reptilien und andere Kleinsäuger. Ebenso stehen Aas und Früchte auf seinem Speiseplan. Aber auch ungeschützte Nutztiere werden erbeutet, meist Schafe und Ziegen. Der Wolf frisst seine Beute in der Regel komplett auf, wenn auch bei größeren Beutetieren auf mehrere Tage verteilt, sofern er die Gelegenheit hat, dies ungestört zu tun.

Da inzwischen immer mehr Wölfe in Deutschland zu erwarten sind, ist es wichtig und notwendig, dass die Bundesländer in ganz Deutschland diesbezügliche Richtlinien zur Schadensregulierung und Prävention auf den Weg bringen. Es sollte nicht abgewartet werden, bis der Wolf einen Schaden angerichtet hat, sondern bereits im Vorfeld und im Hinblick auf die Entwicklung entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

In sechs Bundesländern leben inzwischen wieder dauerhaft Wölfe, in 13 Bundesländern wurde der Wolf seit dem Jahr 2000 mindestens einmal nachgewiesen. Noch sind nicht alle auf die Rückkehrer vorbereitet. Managementpläne gibt es in sechs Bundesländern (Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Sachsen und Thüringen) insgesamt neun Länder haben Regelungen veröffentlicht.

In den Bundesländern mit etablierten Wolfsgebieten, in denen diese Sicherheitsvorkehrungen bereits getroffen wurden, ist keine Zunahme von Nutztierrissen zu verzeichnen. Ein präventiver Herdenschutz ist also das A und O eines erfolgreichen Zusammenlebens von Mensch und Wolf. So zählen zum Beispiel geeignete Umzäunungen und der Einsatz von Herdenschutzhunden zu den Maßnahmen, die nachweislich wirkungsvoll vor einem Beutegriff des Wolfes schützen.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., der sich seit zehn Jahren für den Schutz und die Rückkehr des Wolfs einsetzt, bietet Beratung und Seminare zum Thema Prävention an und arbeitet mit dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland und der TU Dresden – Forstzoologie – AG Wildtierforschung, Pienner Straße 7, 01737 Tharandt zusammen.

Informationen zum Herdenschutz können Nutztierhalter beim Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. kostenfrei anfordern oder auf der Internetseite www.freundeskreis-wolf.de herunterladen. Zudem sind auf der Homepage alle aktuellen Informationen über frei lebende Wölfe in Deutschland ersichtlich.

Diese Pressemitteilung enthält den Herdenschutzflyer als pdf im Anhang. Download

Autor:
Anja van Elst (ve), Pressesprecherin Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.
E-Mail: anja.vanelst@freundeskreis-wolf.de
Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., Im Proffgarten 13, 53804 Much
www.freundeskreis-wolf.de

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