Zur Situation des Wolfes in Frankreich

26.01.2015 - Zur Situation des Wolfes in Frankreich hat der Verband FERUS eine Zusammenfassung erstellt. Diese wurde von Moritz Klose (NABU) aufbereitet. Die Veröffentlichung auf unserer Website erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Klose.

Zusammenfassung zur Situation des Wolfes in Frankreich vom Verband Ferus

© FERUS

Aufbereitet von Moritz Klose (NABU)

Die französischen Viehhalter, die von Raubtieren wie Wölfe, Bären und Luchs betroffen sind, bekommen vom Staat Mittel, um ihre Herden zu schützen. Die finanzielle Hilfe erstreckt sich auf Zäune, Hundeanschaffung und -abrichtung und auch Mittel, um sich beim Herdenschutz beraten zu lassen und Hilfe bei der Bewachung der Herden zu bekommen. Die Beschäftigung eines Schäfers für die Sömmerung kann bis zu 80 % unterstützt werden.

Im Fall von Schäden an einem oder mehreren Nutztieren muss der Viehhalter bzw. der Schäfer die Tierkadaver von einem Beamten der Behörde für Jagd- und Wildtiere begutachten lassen. Nur Beamten können die Todes- oder Verletzungsursache der Nutztiere und die Verantwortung des Wolfes amtlich bestätigen. Dann bekommt der Viehhalter vom Staat Entschädigungen, die dem Marktwert des Tieres entspricht.
Die Situation des Wolfes in Frankreich ist zur Zeit besonders schwierig. Um die Forderungen der Schafzüchter zu erfüllen, gestattet die Regierung Jägern in mehreren Departements jährlich eine bestimmte Anzahl an Wölfen zu schiessen. Es gibt zur Zeit in den Medien eine starke Stimmungsmache gegen den Wolf. In diesem Rahmen wurde ein Plädoyer von mehreren französischen und anderen europäischen Wissenschaftlern an die EU Kommission verfasst, indem sie sich über die Gefahr der Wölfe für die Weidewirtschaft besorgt zeigen. Aber das französiche Prowolfkollektiv “CAP-Loup”, der viele Umwelt- und Tierschutzverbände angehören, hat auch eine Petition an die Regierung geschickt, um zu bitten, dass der Wolf eine strikt geschützte Art bleibt. Zahlreiche Wissenschaftler haben auch ein anderes Plädoyer unterzeichnet, um daran zu erinnern, dass der Wolf ein Wildnisssymbol ist, und dass er nur eine geringfügige Rolle unter den anderen großen Problemen der französischen Schafzucht spielt.

Link zum Verband Ferus: www.ferus.fr

 

In Frankreich gibt es derzeit ca. 200 bis 250 ausgewachsene Wölfe, die meisten davon in den Alpenregionen. Das Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage (ONCFS) hat eine interaktive Karte mit dem Wolfs- und Luchsnachweis 2009 bis 2014 erstellt.

Link zur Karte: http://carmen.carmencarto.fr/38/grands-carnivores.map#

Um die farbliche Darstellung der Wolfsnachweise zu sehen, muss links unten in der Legende (Légende) die Auswahl "Loup" (=Wolf) angeklickt und am besten in der oberen Leiste die Ansicht vergrößert werden. Es werden unterschiedliche Farben für bestätigte ("Avérée") und gelegentliche ("Occasionelle") bzw. gelegentliche oder unbestätigte ("Occasionelle ou non avérée") Nachweise verwendet.

jwe/juri.