1.2.2015 Wildkameras zur Verbesserung des Herdenschutzes

01.02.2015, Embsen – Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., der sich seit über zehn Jahren für den Schutz und die Rückkehr des Wolfes einsetzt, möchte – in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Lüneburg und Umgebung e.V. – den Herdenschutz mit Hilfe von Wildkameras verbessern. Das Projekt wird von der Bingo Umweltstiftung Niedersachsen gefördert. Dass sich der Einsatz für einen besseren Herdenschutz lohnt, zeigen die Rissstatistiken der Bundesländer. In denen ist zu erkennen, dass es in Wolfsgebieten, in denen das Bewusstsein um den Herdenschutz vorhanden ist, weniger Übergriffe auf Nutztiere wie zum Beispiel Schafe gibt. Ebenso geschehen in Niedersachsen die meisten Nutztierrisse außerhalb der Wolfsreviere. So auch unter anderem die möglichen Wolfsrisse im Landkreis Vechta und Diepholz.
Grundlage des Herdenschutzes ist, das Eindringen von Beutegreifern in die Umzäunung zu erschweren oder zu unterbinden. Dazu muss man das Verhalten der Beutegreifer kennen. Von Wölfen ist bekannt, dass ein Elektrozaun schon mit einer Höhe von 90 cm ein Hindernis darstellt, welches nur in Ausnahmefällen überwunden wird. Grund hierfür ist vermutlich, dass Wölfe in ihrem nächtlichen Marathon Hindernisse eher unterlaufen, als zu überspringen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
Der Einsatz dieser Wildkameras dient der Optimierung des Wolfsmonitorings, um so Erkenntnisse über das Verhalten der freilebenden Wölfe zu sammeln. Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. möchte mit der Installation der Kameras erreichen, aufschlussreiches Film- und Fotomaterial von Wölfen – beispielsweise beim Überqueren von Flüssen, beim Versuch einen Elektrozaun zu überwinden oder einen Gatterzaun zu untergraben – zu erhalten und so ihre Verhaltensweisen kalkulierbarer zu machen. „Ebenso helfen diese Aufnahmen bei der Informationsverbreitung sowie der Präsentation von Schutzempfehlungen, da man anhand von Bildern die Fakten zweifelsfrei darstellen und somit verständlicher erklären kann. Außerdem haben wir selbst in Niedersachsen verschiedene landschaftliche Herausforderungen. Eine gute Lösung in der Heide ist nicht ohne weiteres eine gute Lösung an der stürmischen Küste oder im steilen Gebirge“, so der Projektleiter und Wolfsberater in Niedersachsen Uwe Martens.

Projektleiter und Wolfsberater Niedersachsen:
Uwe Martens, Ringstr. 10, 21409 Embsen, Tel.: 04134-79 86, Mobil: 0151-152 135 22
E-Mail: uwe.martens@freundeskreis-wolf.de

Autor Pressemitteilung:
Anja van Elst (ve), Pressesprecherin Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.,
E-Mail: anja.vanelst@freundeskreis-wolf.de
Freundeskreis freilebender Wölfe e.V., Im Proffgarten 13, 53804 Much
www.freundeskreis-wolf.de