Land Brandenburg fördert Kauf von Hunden zum Schutz vor dem Wolf

Foto © MOZ Gerd Markert

26.03.2015 - Nach jahrelangem Ringen mit den Schäfern hat sich die Landesregierung dazu bereit erklärt, künftig die Anschaffung von sogenannten Herdenschutzhunden mit EU-Geldern zu fördern. Ab wann wie viel Geld fließt ist aber noch offen. "Wir stehen erst am Anfang der Planungen", sagte ein Sprecher des Agrarministeriums in Potsdam.

Der Schafzuchtverband begrüßte die Ankündigung. "Wir freuen uns über alles, was den Schäfern hilft", sagte der Vorsitzende Knut Kucznik. Er verwies jedoch darauf, dass man dazu schon seit drei Jahren mit dem Land im Gespräch sei und die Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen längst in den Genuss der Förderung kämen. Die märkische Zögerlichkeit sei ärgerlich. "Für Schäfer, die ohnehin wenig Lohn bekommen und aus Idealismus arbeiten, ist es unerträglich, dass ihre Tiere Wolfsfutter sind", sagt Kucznik. Da sei es auch kaum ein Trost, dass die Halter in der Regel für Verluste entschädigt werden.
Kucznik geht davon aus, dass ab dem Spätsommer die Anschaffung von Herdenschutzhunden gefördert wird. Der Zuschuss zum Kauf dürfte rund 75 Prozent betragen, ähnlich hoch ist er zumindest in Sachsen. "Das ist fair", sagt Kucznik. Rund 800 und 3500 Euro kostet ein solcher Hund, je nach Ausbildungsgrad.
Herdenschutzhunde kommen in der Regel bereits im Schafstall zur Welt. Die Welpen müssen lernen, dass sie zur Herde gehören, um sie später verteidigen zu können. Ein guter Hund stelle sich zwischen Herde und Eindringling und mache dem Fremden "verbal, in einer international verständlichen Sprache deutlich, dass es hier nicht weiter geht", erklärt Schäfermeister Kucznik.
Wenig hält er indes von der Idee, im Kampf gegen Wölfe auf Esel zu setzen. Unter anderem in Sachsen gibt es Überlegungen in diese Richtung. Die Idee: Der Esel macht Krach, kann beißen und treten. Außerdem reagieren Esel angeblich auf hundeartige Tiere außerordentlich aggressiv.
Knut Kucznik, bekannt für humorvolle, aber auch drastische Formulierungen, sagt dazu: "Wer seine Herde mit einem Esel schützen will, ist selbst einer." Esel seien Steppentiere und würden gutes, eiweißreiches Futter, wie es Schafe brauchen, gar nicht vertragen. "Außerdem ist davon auszugehen, dass ein Esel, der zum Wolf böse ist, auch zu Schaf und Mensch nicht nett ist."
Dessen nicht genug: Der Tierschutz schreibe es vor, dass ein Esel nicht allein gehalten dürfe, er brauche mindestens einen Artgenossen. "Hat er diesen aber, kümmert er sich nicht mehr um den Wolf", schätzt Kucznik ein, der selbst zwei Esel auf dem Hof hat. Zuguterletzt eigne sich auch das empfindliche Fell nicht für Nächte im Freien. "Er braucht einen Unterstand."

Quelle: Märkische Online Zeitung (MOZ)

jwe.