Infostand beim Tierheimfest in Dorf Mecklenburg

09.06.2015 - Am 07. Juni 2015 hat die AG Nord des "Freundeskreises freilebender Wölfe e.V." im Tierheim Dorf Mecklenburg unser mecklenburgisches Mitglied Jörg P. aktiv unterstützt, um auf dem Tierheimfest 2015 einen Infostand über die freilebenden Wölfe zu machen.

Die Veranstaltung dort lief von 10:00 bis 17:00 Uhr. Das Tierheim ist zuständig für den Bereich Wismar und Umgebung und wurde 1994 eröffnet. Bis heute wurden dort zahlreiche Hunde, Katzen und sonstige Kleintiere aufgenommen und auch vermittelt. Vor kurzer Zeit fanden die Mitarbeiter des Tierheimes einen ganzen Wurf von 7 Labradorwelpen neben dem Tierheimgelände und mussten schnellstens alle Tiere einfangen, damit sie eine richtige Pflege und tierärztliche Versorgung bekamen. Die Welpen wurden hier "entsorgt" und der Besitzer ließ nichts von sich hören. Nun warten die kleinen wuseligen Tiere auf ihre letzte Schutzimpfung und können dann ihren neuen Besitzern übergeben werden.
Für alle Welpen wurden bereits neue Besitzer gefunden.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung stattete der mecklenburgische Ministerpräsident Erwin Sellering dem Tierheim einen Besuch ab, um sich über die Situation im Tierheim zu informieren. Sicher ging es auch um eine Finanzspritze, die man dort dringend benötigt.
Wir hatten unseren Pavillon im Eingangsbereich aufgebaut und wurden daher von allen Besuchern interessiert wahrgenommen.

Viele interessante Gespräche über die freilebenden Wölfe konnten wir führen. Häufig wurde mir ein Vorfall berichtet, der sich vor langer Zeit in Wismar zugetragen haben soll. Aus einem sehr beengtem Gehege im Wismarer Tierpark soll zwei Wölfen die Flucht gelungen sein. Einen Wolf konnte man nach kurzer Zeit entdecken und sofort töten. Der zweite Wolf soll nach längerer Zeit ein kleines Mädchen angegriffen und dabei schwer verletzt haben. Ein anderer Gast erzählte mir, dass der Wolf das Kind gefressen hat. Aus dem Grund ist man hier angeblich froh, keine Wölfe in der Natur zu haben und man könne es nicht verstehen, dass man sie nun wieder zurückkehren lässt. Eine Erklärung von mir, dass sich Gehegewölfe in der Freiheit ganz anders verhalten als freilebende Wölfe, wollte man nicht gelten lassen. Der Kommentar dazu war: "Wolf ist Wolf". Andere Besucher sagten aber, dass diese Geschichte immer wieder erzählt wird und überhaupt nicht überprüft werden konnte. Es könne sich auch alles ganz anders zugetragen haben.

Eine andere Frau erzählte, dass sie ihre Schafe auf einer Fläche von 4 ha hält und nicht wisse, wie sie die Tiere vor den Wölfen schützen könne. Als ich ihr die Schutzmaßnahmen mit einem Euro-Netz erklärte, war ihre Antwort: "Das kann sie nicht bezahlen". Auch dass das Land Mecklenburg evtl. einen Zuschuss zu den Kosten geben würde, stieß auf wenig Interesse.
An diesen beiden Beispielen kann man deutlich erkennen, dass hier noch viel Aufklärung erforderlich ist. Hoffentlich war das hier der Beginn einer neuen AG und Jörg P. bekommt neue Mitglieder hinzu, denn nur mit einer Person kann hier wohl kaum ein Infostand besetzt werden. Auch wir von der AG Nord werden ihm wieder helfend zur Seite stehen.

Bilder und Text: Jens Hennings