Die letzten Wölfe Schleswig-Holsteins

1653 setzt die Landesregierung Schleswig-Holsteins hohe Prämien für die Ausrottung der Wölfe aus. Für jeden erlegten Altwolf zahlt sie sechs, für jeden Jungwolf zwei Taler. Als klar wird, dass sie das Ziel so nicht erreichen, richten die Behörden groß angelegte Treibjagden ein. Die Männer der entsprechenden Gegenden werden amtlich zur Teilnahme an diesen Jagden verpflichtet.

1732 werden in Dravitholz und Königsmoor bei Lügumkloster bei einer Treibjagd 11 „griese Hunde“ in Wolfsgruben gefangen.

1759 werden im Schleswigschen 9 Wölfe getötet.
Als sich danach über eine längere Zeit keine Wölfe mehr zeigen, glaubt man, sie seien in Schleswig-Holstein ausgerottet.

1820 hört Hinrich Schümann, der Heger des Apothekerholzes in Brookenlande, dass ein Schäfer am Vierkamp wieder einen Wolf gesehen hätte. Sein Sohn macht sich auf die Suche nach dem Tier und erlegt ihn im Morgengrauen des folgenden Tages. Der letzte Wolf Schleswig-Holsteins ist tot.
Quelle: Handschriftliche Aufzeichnungen von Christian Kröger, Malente

Nach 187 Jahren: Der erste Wolf in Schleswig-Holstein

23. April 2007: Auf der Bundesstraße 76 bei Kilometer 53,5 zwischen Süsel und Haffkrug, wird gegen 6 Uhr morgens ein Wolf von einer Autofahrerin erfasst und tödlich verletzt. Der  Wolf ist etwa 1 Jahr alt und 38 Kilogramm schwer. Einige Wochen später bestätigt eine DNA-Analyse, dass der Wolf aus der deutsch-westpolnischen Wolfspopulation stammt. In der brandenburgisch-sächsischen Lausitz gibt es seit mehr als 10 Jahren wieder freilebende Wölfe. Spätestens mit Einsatz der Geschlechtsreife mit knapp 2 Jahren verlassen die meisten Jungtiere auf der Suche nach einem Revier und Partner das elterliche Revier und legen dabei oft beträchtliche Strecken zurück.

WICHTIG: ein Länderübergreifendes Wolfsmanagement

Wölfe machen nicht an Landesgrenzen halt. Die Bundesländer sind gefordert, gut abgestimmte Regelungen zu erarbeiten, wie Schäfer und andere Tierhalter beim Schutz ihrer Tiere gegen Wolfsangriffe unterstützt werden können und was im Schadensfall zu tun ist. Auch die Bevölkerung muß auf die Ausbreitung der Wölfe durch Aufklärung vorbereitet werden, um die Menschen nicht mit ihren Ängsten allein zu lassen. Nur so ist ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wolf möglich.

Wolfsgruben

Etwa drei Meter breite Gruben wurden mit Reisig abgedeckt und ein Pfahl mit einem Fleischbrocken daran in der Mitte plaziert. Die Grube umgab ein Zaun, den der Wolf überspringen mußte, um an den Fleischköder heranzukommen. Dabei stürzte das Tier in das Erdloch und konnte später von dessen Rand aus erschossen werden.

Mehr zur aktuellen Situation in Schleswig-Holstein siehe (link)