Schweden: Genetisch wertvoller Wolf in Norwegen gewildert

Bild: Polisen

04.01.2016 - Der frisch nach Mittelschweden eingewanderte Wolf ist kurz vor Weihnachten in Norwegen im Grenzgebiet nach Schweden auf dem Kurs von Dalarna nach Värmland illegal geschossen worden. Entdeckt wurde dies nur durch Zufall.

40jähriger verhaftet: Eingewanderter Wolf im Trysilgebiet illegal geschossen

Der aus Finnland eingewanderte Rüde ist tot. Ein 40jähriger Norweger gab zu, dass er den Wolf erschossen hat. Die illegale Tötung wurde am Samstag entdeckt, als Naturschutzpersonal die Spur des Einwanderers verfolgte.
 Plötzlich endete diese in einer Blutlache. Durch eine DNA-Schnellanalyse wurde sicher gestellt, dass das geschossene Tier wirklich der eingewanderte Wolf war.
 Das Ziel der Spurensuche war, den Wolf zu besendern, um ermitteln zu können, wo er sich ansiedelte. Erst vor wenigen Tagen war der Wolf aus Dalarna nach Norwegen gewandert.

Die hinzugezogene Polizei konnte schnell einen Verdächtigen ermitteln, der später die Tat zugab.
 Es handelt sich um einen 40jährigen aus Trysil. Im Verhör gab er an, dass er Wölfe in Norwegen ohne weiteres akzeptiere „aber sie müssten sich von Häusern und Menschen fernhalten“.
 Der Polizei gab er seine Motive bekannt, sie äußert sich aber zunächst noch nicht darüber.
 Man gab aber bekannt, dass es sich nicht um Notwehr oder eine anderen Grund handelt, der die Tat legalisieren könnte. Und er wusste, dass es sich um einen Wolf handelte.
 Das geschossene Tier versteckte er in einer Jagdhütte, zu der er Zugang hatte.

Der Wolf war einer von sehr wenigen, die es innerhalb von Jahren geschafft hatten, den langen Weg nach Mittelschweden lebend zurückzulegen.
 Man hatte sehr große Hoffnungen, dass er sich in die skandinavische Population einbringen und die Inzuchtfolgen verringern würde.
 Seit 1991 haben nur drei eingewanderte finnisch-russische Wölfe auf eigenen Pfoten den Weg nach Mittelskandinavien geschafft und sich dort vermehrt [außerdem wurde ein Paar aus Nordschweden hierher umgesiedelt].
 Beträchtlich mehr Wölfe haben über die Jahre diesen langen Weg begonnen, wie DNA-Nachweise aus Nordschweden zeigen. Wo sie geblieben sind, weiß niemand, aber DNA von ihnen wurden niemals bei den mittelschwedischen Wölfen nachgewiesen.
 Dass im vorliegenden Fall Wilderei nachgewiesen werden konnte, ist einzig dem Umstand zu verdanken, dass die Spur des Wanderwolfs verfolgt wurde.
 Ziel war, ihn am Wochenende zu besendern, um ihm folgen und ihn gegen Jagd und Wilderer vorbeugend schützen zu können. 
Und ebenso, festzustellen, wo er eine Fähe finden und sich ansiedeln würde.

Wilderei gilt in Norwegen als ein sehr schweres Vergehen. Dem 40jährigen Wilderer drohen bis zu 6 Jahre Gefängnis. 
Sollte sich herausstellen, dass es sich um eine organisierte, gezielte Jagd auf den Einwanderer handelte, kann die Strafe noch härter ausfallen.
 Aufgabe der polizeilichen Ermittlungen wird unter anderem sein, dies zu klären. Der 40jährige sagt, dass er die Tat allein begangen hat.


Quelle: Svenska rovdjursföreningen

Übersetzung: Karsten Dörfer

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