Monitoringbericht für den Wolf in Sachsen-Anhalt 2014/2015

Beginnend mit dem Jahr 2008 sind in Sachsen-Anhalt Wölfe auf natürlichem Wege wieder heimisch geworden. Seitdem wird ihr Bestand durch ein intensives Monitoring des Landesamtes für Umweltschutz gemeinsam mit einem sich kontinuierlich erweiternden Kreis von Kooperationspartnern überwacht. Die Ergebnisse werden seit 2013 jährlich in einem landesweiten Monitoringbericht zusammengefasst, der die wesentlichen Fakten und daraus abgeleiteten Bewertungen auf wissenschaftlich nachvollziehbare Weise darstellt. Der Monitoringbericht umfasst jeweils den Zeitraum vom 01. Mai bis zum 30. April des Folgejahres.
Der Bericht des Monitoringjahres 2014/2015 wurde Ende 2015 fertiggestellt. Kooperationspartner waren die Bundesforstbetriebe Nördliches Sachsen-Anhalt und Mittelelbe, die Referenzstelle Wolfsschutz des Landes Sachsen-Anhalt in der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe, der Landesforstbetrieb und das Landeszentrum Wald, der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt, der WWF Deutschland und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe. Die Tätigkeit ehrenamtlicher Naturschützer spielt im Monitoring eine wichtige Rolle.
Im Monitoringjahr wurden insgesamt 1.963 Hinweise auf Wölfe aufgenommen und bewertet. Dies stellt eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr mit 1.149 Hinweisen dar.
Der Bestandstrend gemessen an der Zahl territorialer Ansiedlungen ist weiterhin steigend. Es wurden sieben Rudel, zwei territoriale Wolfspaare und ein territorialer Einzelwolf in Sachsen-Anhalt festgestellt. In zwei weiteren Gebieten besteht der Verdacht auf eine Ansiedlung. Die Rudelterritorien liegen teilweise im Grenzbereich zu den benachbarten Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen.
Als Populationsgröße wird europaweit einheitlich die Anzahl erwachsener, geschlechtsreifer Tiere (Alter > 2 Jahre) innerhalb der territorialen Ansiedlungen herangezogen, da nur diese Tiere für die Reproduktion in Frage kommen. Im Monitoringjahr 2014/2015 wurden 22 adulte, geschlechtsreife Wölfe innerhalb der Rudel nachgewiesen, im Vorjahr waren es noch 16. Darunter sind neben den Elterntieren der Rudel auch einige ältere Tiere aus früheren Würfen (z.B. Rudel Altengrabow).
Abgenommen hat hingegen die Zahl der Welpen. Im Jahr 2014 wurden mindestens 25 Welpen (2013: 29 Welpen) geworfen und aufgezogen.
Insgesamt wurde zum Ende des Monitoringjahres innerhalb der territorialen Ansiedlungen eine Gesamtzahl von 64 Wölfen aller Altersklassen nachgewiesen.
Weitere Wölfe durchwanderten das Land, ohne sich dauerhaft anzusiedeln. Die Anzahl dieser nicht residenten Wölfe kann nicht seriös geschätzt werden und bleibt bei der Populationsgröße unberücksichtigt, da diese Tiere nicht zum reproduzierenden Bestand gehören.
Zwei Wölfe wurden im Monitoringjahr Verkehrsopfer an Straßen in Sachsen-Anhalt, darunter ein Welpe.
Genetische Untersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil des Monitorings. Durch Analysen des Senckenberg-Institutsfür Wildtiergenetik in Gelnhausenim Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz wurden von 2008 bis April 2015 insgesamt 88 Wölfe individuell genetisch nachgewiesen. Für etliche dieser Tiere konnten Herkunft und Verwandtschaftsverhältnisse ermittelt werden, bei einigen Rudeln bzw. Individuen ist dies vorerst noch nicht möglich.
Es gibt keine Hinweise auf Hybridisierung mit Haushunden, alle Tiere gehören zur zentraleuropäischen Flachlandpopulation.

Der Bericht steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: PDF-Download

Quelle: Pressemitteilung 02/2016 Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt

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