Offener Brief Freundeskreis freilebender Wölfe eV: Konstruktiv sieht anders aus.

26.12.2016 - In Niedersachsen erleben wir gerade eine Stimmungsmache gegen die Wölfe, die kaum noch zu ertragen ist. Vertreter von Nutztier- und Bauernverbänden sprechen sich vehement für die Bejagung von Wölfen aus, obwohl die Wölfe streng geschützt sind und die Jagd auf Wölfe auch ökologisch gesehen keinen Sinn macht.  Dass die Nutztiere stärker gefährdet sind, wenn die Rudelstruktur durch Abschüsse zerstört wird, wird außer Acht gelassen. Die Vertreter der Verbände meinen sogar, für die gesamte Landbevölkerung zu sprechen. Auf unseren Infoständen erfahren wir immer wieder, dass die Rückkehr der Wölfe bei der Landbevölkerung in der Regel positiv aufgenommen wird. Auch als Wolfsberater erlebe ich überwiegend positiven Zuspruch wegen der Rückkehr der Wölfe. 

Das Grün geführte UM zu drängen, gegen die FFH Regeln und das Bundesnaturschutzgesetz zu verstoßen, kann auch bei einer in Sachen Wolfsjagd wohlgesonnenen Partei nicht funktionieren. Die Forderung, Wölfe zum Abschuss frei zu geben, die zum überwiegenden Teil schwach geschützte Nutztiere reißen, kann und darf nicht erfüllt werden. Die Forderung hat mehr mit Vergeltung zu tun, als mit der neuen Situation „Wolf“ umzugehen.
Gleichwohl gibt es genug Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Sei es das MU zu unterstützen, die Agrarförderrichtlinien der EU zu verbessern (statt Flächenprämie für Agrarfabriken hin zur bäuerlichen Landwirtschaft) oder den Herdenschutz weiter zu entwickeln. Dass es für Nutztierhalter ein Mehraufwand  ist, wenn sie den Herdenschutz ernst nehmen, wird allgemein anerkannt. Es muss auch dazu führen, dass die Arbeit der Halter wie die von Schäfern, besser bezahlt wird.  Durch die Anerkennung der geleisteten Arbeit stehen gerade Schäfer jetzt in der Öffentlichkeit. Also eine Ideale Zeit, vernünftig nach Lösungen zu suchen, wie es noch besser geht. Dafür, dass Herdenschutz und Wolf und Freilandhaltung funktioniert, gibt es in allen Wolfsgebieten Beispiele.

Uwe Martens
Uwe.martens@feundeskreis-wolf.de
Tel.: 0151 15213522
Stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.

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Dieses Bild beschreibt das eigentliche Problem der Nutztierhaltung. Die Zäune spiegeln den materiellen Wert der umzäunten Güter dar: Der Zaun oben rechts schützt Solarmodule, der Zaun unten links ist die Einfriedung von Schafen.

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