Niedersachsen: 9. Wolfsrudel bestätigt

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25.04.2017 - Nachdem im August 2016 im Bereich des Ostenholzer Moors (Landkreis Celle) 5 Welpen anhand von Fotofallenaufnahmen nachgewiesen wurden, kam schnell die Vermutung auf, dass sich in dieser Gegend ein neues Wolfsrudel etabliert hat. Um aber auszuschließen, dass es sich bei den Tieren um Mitglieder des benachbarten Bergener Rudels handelt, wurden für eine endgültige Bestätigung genetische Nachweise gefordert.

Nachdem über mehrere Monate eine Vielzahl an Genetikproben gesammelt und analysiert wurden, konnte nun dieses neue Rudel nachgewiesen werden. Der Elternrüde stammt aus dem Rudel in Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern) und wurde erstmals im Juli 2015 nördlich der Göhrde nachgewiesen. Die Elternfähe konnte noch nicht eindeutig identifiziert werden, wahrscheinlich ist sie aber ein Nachkomme des Bergener Rudels. 5 Welpen wurden anhand der bereits erwähnten Fotofallenaufnahmen nachgewiesen, genetisch konnten 4 Welpen identifiziert werden: 2 Rüden und 2 Fähen.

Weitere Wolfsnachweise in Niedersachsen

Das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat am Dienstag darüber informiert, dass im Raum Diepholz-Oldenburg-Vechta im Zusammenhang mit einem Nutztierriss neben dem schon bekannten Tier ein weiterer Wolf genetisch nachgewiesen werden konnte. Das Senckenberg-Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen teilte mit, es handle sich um einen männlichen Wolf aus der Ueckermünder Heide in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2014 lebt in der Region Diepholz-Oldenburg-Vechta eine Wölfin.

Bei Hahausen im Landkreis Goslar sei ein Tier in die Fotofalle eines Jägers gelaufen, sagte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Hans Hesse, am Dienstag. Bei dem Wolf handele es sich offensichtlich um ein zweijähriges Jungtier auf der Suche nach einem eigenen Revier.
Der Wolf streife schon einige Zeit durch die Region, es habe bereits mehrere Sichtungen gegeben, hatte die «Goslarsche Zeitung» berichtet.
Ein hundertprozentiger Nachweis fehle zwar noch, sagte der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft, Raoul Reding. «Das Bild der Fotofalle zeigt aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Wolf. Alle erkennbaren Merkmale sprechen dafür.» Im Ostharz war bereits im vergangenen Jahr nahe Ballenstedt ein Wolf in eine Fotofalle getappt.
Bei Treseburg im Harzkreis hatte eine Spaziergängerin ein Tier fotografiert, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls um einen Wolf handelte.
Nördlich des Harzes bei Salzgitter sei zudem in der vergangenen Woche ein Wolf sicher nachgewiesen worden. «Überhaupt gibt es mittlerweile wohl keinen Ort mehr in Kontinentaleuropa, wo der Wolf nicht von heute auf morgen auftauchen könnte», sagte der Beauftragte der Landesjägerschaft. Alleine in Niedersachsen lebten mittlerweile etwa 90 Exemplare.

Quelle: Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) / wildtiermanagement.com

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