Wolfnachweis im Raum Altenberg (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und im Bereich der Massenei (LK Bautzen)

27.04.2017 - Nachdem im Juli 2016 ein Wolf auf der tschechischen Seite des Erzgebirges nahe Königswalde nachgewiesen werden konnte (Kontaktbüro berichtete im Infobrief vom 16.01.2017) und in den letzten Monaten auch vereinzelte Wolfshinweise auf der sächsischen Seite vorliegen, wurde nun am 21.04.2017 ein Wolf auf einer Waldlichtung im Raum Altenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge von einer automatisch auslösenden Kamera (Fotofalle) fotografiert. Das Foto wurde als eindeutiger Nachweis (C1) eingestuft. Bis jetzt gibt es allerdings noch keinen Hinweis darauf, dass der Wolf dauerhaft in der Region bleibt, das werden die nächsten Monate zeigen.
Halter von Schafen und Ziegen sollten Vorkehrungen für den Schutz ihrer Tiere treffen, indem sie ihre Nutztiere z.B. über Nacht einstallen oder mit einem geeigneten Elektrozaun schützen.
Auskünfte zum Thema Herdenschutz erhalten Tierhalter von A. Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (Tel. 035932 36531, andre.klingenberger@smul.sachsen.de). 

Am 27.04.2017 wurde südlich der A 4 zwischen Bischofswerda und dem Waldgebiet Massenei (LK Bautzen) ein Wolfsrüde von einem PKW überfahren. Aus dem Bereich der Massenei sind seit November 2016 vereinzelt Wolfssichtungen gemeldet worden. Seit Anfang des Jahres wurden im Rahmen des Monitorings auch frische Wolfslosungen in dem Gebiet gefunden, die sich für genetische Untersuchungen eignen. So kann festgestellt werden, ob sich der überfahrene Wolf bereits länger im Gebiet aufgehalten hat. Im Rahmen des Wolfsmonitorings wird weiterhin versucht abzuklären, ob es im Bereich um die Massenei (südlich und nördlich der A4) sesshafte Wölfe gibt.

Hinweismeldungen aus der Bevölkerung sind für das Wolfsmonitoring eine wertvolle Hilfe und können jederzeit an die Landratsämter, das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen (Tel. 035772 46762, Email: kontaktbuero@wolf-sachsen.de) und das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung (Tel. 035727 57762, Email: kontakt@lupus-institut.de) gemeldet werden. Aktuell werden insbesondere die Bürger im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge und im Südteil des Landkreises Bautzen gebeten, das Wolfsmonitoring zu unterstützen. Hinweise auf Wölfe melden Sie bitte an die oben angegebenen Stellen oder an die Wolfsbeauftragten der Landkreise (LK Sächs. Schweiz- Osterzgebirge: Detlef Uhlig, Tel.: 03501 5153438, Email: detlef.uhlig@landratsamt-pirna.de / LK Bautzen: Hagen Rothmann, Tel.: 03591 5251 68311, Email: Hagen.Rothmann@lra-bautzen.de).

In Sachsen sind Wölfe seit Ende der neunziger Jahre wieder dauerhaft heimisch. Nach dem letzten Stand des Monitorings wurden in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge insgesamt 15 Wolfsfamilien (Rudel), 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen. Junge Wölfe verlassen meist im Alter von 1-2 Jahren das elterliche Territorium. Auf der Suche nach einem eigenen Territorium und einem möglichst nicht verwandten Paarungspartner können sie weite Strecken zurücklegen. Für den Menschen stellen die Tiere in der Regel keine Gefahr dar, da der Mensch nicht zu ihrer natürlichen Beute zählt. Wölfe bemerken die Menschen meist frühzeitig und meiden eine direkte Begegnung.

Mehr Informationen zum Thema Wolf in Sachsen: www.wolf-sachsen.de

Quelle: Pressemitteilung Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen"

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