Aktuelles Wolfsvorkommen Sachsen

09.06.2017 - Aktuell werden alle Wolfshinweise des Monitoringjahres 2016/2017 zusammenfassend ausgewertet. Die abschließenden Informationen zum Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen für das letzte Monitoringjahr werden voraussichtlich im Spätsommer vorliegen.
Aus der vorläufigen Datenlage gehen folgende neue Erkenntnisse hervor: Von den im Monitoringjahr 2015/2016 im Freistaat nachgewiesenen 19 Wolfsterritorien, konnten bislang 15 auch in 2016/2017 nachgewiesen werden (s. Karte). Für die Territorien Cunewalde und Laußnitzer Heide ist das Vorkommen von Wölfen aktuell ungeklärt, da aus diesen Gebieten nur wenige Wolfshinweise vorliegen. Aus dem Gebiet des Spemberger Rudels gibt es zwar nach wie vor Nachweise von Wölfen, allerdings ist unklar, um welche Tiere es sich handelt. Die genetische Auswertung der gesammelten Proben soll zeigen, ob das Spremberger Rudel noch existiert oder ob dessen Territorium inzwischen von den Neustädter Wölfen übernommen wurde.
Das Bernsdorfer Wolfspaar existiert nicht mehr. Der Bernsdorfer Rüde war im Oktober 2016 tot aufgefunden worden, er starb eines natürlichen Todes. Der Verbleib seiner Partnerin ist bisher unklar. Allerdings hat sich in Brandenburg im Raum Hohenbocka ein neues Wolfsrudel etabliert, dessen Territorium sich bis in den Raum Bernsdorf im Freistaat Sachsen erstreckt. Anhand genetischer Untersuchungen soll noch geklärt werden, ob der im Oktober 2016 bei Bernsdorf überfahrene Welpe, der genetisch nicht zum Bernsdorfer Paar passt, aus diesem Rudel stammt.

Im Raum Hohe Dubrau (ehem. Kollmer Territorium) hat sich wieder ein Wolfsrudel etabliert. Eine Tochter des Daubaner Rudels und ein Sohn des Nieskyer Rudels haben im Sommer 2016 in diesem Gebiet Welpen aufgezogen. Dies wurde durch den Fund eines toten Wolfswelpen im Februar 2017 bei Steinölsa, sowie weiterer Genetikproben belegt. Insgesamt konnten diesem Paar bisher 3 Welpen genetisch zugeordnet werden. Im Gebiet um Kollm war im Jahr 2013 das Kollmer Rudel nachgewiesen worden, welches im Jahr darauf wieder verschwand. Das Gebiet wurde zwischenzeitlich von den Wölfen des Nieskyer Rudels genutzt.

Weiterhin gibt es aus den Gebieten Löbau/Zittau (LK Görlitz), der Massenei (LK Bautzen), und des Wermsdorfer Forstes sowie der Dahlener Heide im LK Nordsachsen wiederholt Hin- und Nachweise von Wölfen. Im Rahmen des Monitorings wird versucht, in den nächsten Monaten zu klären, ob in diesen Gebieten bereits Wölfe sesshaft geworden sind.

Einzelne Nachweise von Wölfen außerhalb etablierter Territorien gab es in den vergangenen Monaten zudem bei Hohnstein und im Raum Altenberg im LK Sächsische Schweiz – Osterzgebirge (November 2016 bzw. April 2017), im Vogtlandkreis bei Grünbach (März 2017) sowie in Tschechien an der Grenze zum Erzgebirgskreis bei Königswalde (Juli 2016).

Tote Wölfe
Seit Anfang 2017 wurden im Freistaat Sachsen insgesamt fünf tote Wölfe erfasst. Davon kamen vier Wölfe durch Verkehrsunfälle (3 x Auto, 1 x Zug) ums Leben. Ein weiterer Wolf, mit starken Anzeichen von Räude, starb eines natürlichen Todes.

Herdenschutz
Im Jahr 2017 wurden dem sächsischen Wolfsmanagement bislang insgesamt 30 Übergriffe auf Nutztiere gemeldet (Stand 31.05.2017). Davon konnte in 14 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen Übergriffen wurden 32 Nutztiere getötet, 1 Tier verletzt und 7 sind vermisst. Bei den geschädigten Nutztieren handelt es sich um 29 Schafe, 2 Rinderkälber und 9 Stück Wild in Gattern (Dam- und Muffelwild).
Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen zu 80% der Nettokosten fördern zu lassen. Frühzeitig umgesetzte, präventive Herdenschutzmaßnahmen können helfen, Übergriffe auf Nutztiere minimieren.
Tierhalter, die Fragen zum Herdenschutz bzw. zur Förderung von präventiven Schutzmaßnahmen haben oder Hilfe bei der Antragstellung brauchen, können sich an einen der folgenden Sachbearbeiter wenden.
Zuständig für die Landkreise Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau, Erzgebirge und Vogtland, sowie die Städte Leipzig und Chemnitz ist Herr Klausnitzer vom Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie in Roßwein OT Haßlau (Tel. 0151 / 5055 1465, E-Mail: herdenschutz@klausnitzer.org).
Zuständig für die Landkreise Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, sowie die Stadt Dresden ist Herr Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung in Malschwitz OT Wartha (Tel. 0172 / 3757 602, E-Mail: andre.klingenberger@smul.sachsen.de).

Besondere Vorkommnisse
Im Bereich Rumburk in der Tschechischen Republik wurden 2016 nach einer Verpaarung zwischen einer Wölfin und einem Hund, drei Wolf-Hund-Mischlingswelpen (Hybriden) geboren. Das Gebiet liegt angrenzend an den Freistaat Sachsen im Schluckenauer Zipfel. Nachdem im Herbst 2016 die drei Welpen wiederholt von verschiedenen Personen fotografiert und beobachtet wurden, kam anhand des äußeren Erscheinungsbildes der Verdacht auf, dass es sich um Wolf-Hund-Mischlinge handelt. Zwei der Welpen kamen in den folgenden Wochen ums Leben. Einer starb bei einem Autounfall, der zweite wurde von einem Jäger erlegt. Anhand der genetischen Untersuchung des verunfallten Welpen wurde von Genetikern des Zoologie Departments der tschechischen Charles Universität in Prag in Zusammenarbeit mit dem deutschen Labor für Naturschutzgenetik am Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt, Standort Gelnhausen, die Vermutung, dass es sich um Wolf-Hund-Mischlinge handelt, eindeutig bestätigt.
Das Tschechische Umweltministerium beauftragte daraufhin örtliche Jäger mit der Tötung des letzten verbleibenden Welpen (Geschlecht unbekannt). Aus Artenschutzgründen werden Wildtier-Haustier-Mischlinge i.d.R. aus der Natur entfernt, um eine Ausbreitung der Haustiergene in der Wildpopulation zu verhindern. Da Mischlinge rechtlich dem strenger geschützten Elterntier, in diesem Falle also dem Wolf, gleichgestellt sind, ist für ihre Entnahme aus der Natur i.d.R. eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich. Der rechtliche Schutz von Mischlingen dient in erster Linie dazu, reinrassige Individuen geschützter Arten vor einem versehentlichen Abschuss zu bewahren. Internationale Empfehlungen, wie die Recommendation Nr. 173 (2014) der Berner Konvention fordern von den unterzeichnenden Mitgliedsstaaten jedoch, eine behördlich überwachte Entnahme von Wolf-Hund-Mischlingen aus Wolfspopulationen sicher zu stellen, wenn deren Hybridstatus wissenschaftlich zweifelsfrei erbracht worden ist.
Allerdings gelang die Tötung des Hybriden in Tschechien bislang nicht. Aktuelle Nachweise aus dem April 2017 zeigen, dass das Tier noch immer in der Region unterwegs ist. Es hat eine deutlich dunklere Fellzeichnung als Wölfe, sodass es optisch gut erkennbar ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das inzwischen einjährige Tier in nächster Zeit aus dem Gebiet abwandert und eventuell im Freistaat Sachsen auftaucht. Im Managementplan für den Wolf in Sachsen ist geregelt, dass Hybriden aus der Population entfernt werden sollen. Ein höheres Gefährdungspotenzial für Menschen geht durch Hybriden, die in freier Wildbahn von einer Wolfsmutter aufgezogen wurden, nicht aus, wie internationale Erkenntnisse zeigen.

Wolfshinweise aus der Bevölkerung sind für das Wolfsmonitoring eine wertvolle Hilfe und können jederzeit an die Landratsämter oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung (Tel. 035727 57762, Email: kontakt@lupus-institut.de) gemeldet werden.
Auch das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (Tel. 035772 46762, Email: kontaktbuero@wolf-sachsen.de) nimmt Hinweise entgegen und steht darüber hinaus für jegliche Fragen zum Thema Wolf zur Verfügung.

Die aktuelle Verbreitung von Wölfen in ganz Deutschland finden Sie hier.

Abb. 1: Wolfsvorkommen in Sachsen im Monitoringjahr 2016/2017 (vorläufiger Stand Mai 2017). Die Darstellung der Territorien ist schematisch. Tatsächlich grenzen die einzelnen Territorien überall aneinander oder überlappen sich teilweise. Die mit * gekennzeichnete Territorien haben ihr Gebiet nur zu einem kleinen Teil auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt. Auch in den an das sächsische Wolfsgebiet angrenzenden Bereichen in Brandenburg und Polen gibt es flächendeckend Wolfspräsenz

Wolfsterritorien in Sachsen (Reviere ganz oder großteils im Freistaat)

BI: Biehain

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: nördlich und südlich des Biehainer Forstes; erstmals nachgewiesen 2015; Wurf 2016: mind. 3 Welpen

CUN: Cunewalde

aktueller Status: unklar; Kerngebiet: Czorneboh bei Cunewalde, westlich Löbau; erstmals nachgewiesen 2015

DN: Dauban

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Ostteil des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft/ Daubaner Wald; nachgewiesen seit 2008, die Fähe (FT9, "Frieda") trug 2013-2015 einen GPS-GSM-Halsbandsender; Wurf 2016: Foto von Fähe mit Gesäuge

DZ: Daubitz
aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Ostteil des Truppenübungsplatzes Oberlausitz; existiert seit 2006; Wurf 2016: mind. 6 Welpen

GH: Gohrischheide (SN / BB)

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Gohrischheide; ersten Nachweise auf markierende Fähe und Welpe im Winter 2015/2016; Wurf 2016: mind. 5 Welpen

HW: Hohwald Rudel (SN / Tschechische Republik)

aktueller Status: territoriales Einzeltier; Kerngebiet: Hohwald (Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen), Großteil des Reviers in Sachsen, ein Teil in der Tschechischen Republik; von 2012 bis 2014 als Rudel mit Welpen nachgewiesen, aktuell ist nur eine sesshafte Einzelwölfin nachgewiesen, hierbei handelt es sich um eine Tochter des ehemaligen Hohwald Rudels, noch ist unklar ob sie sich dort alleine aufhält 

KH: Königsbrück

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Königsbrücker Heide; im April 2011 wurden erstmals zwei Wölfe nachgewiesen und im Juli 2011 erste Welpen; Wurf 2016: mind. 1 Welpe

KhB: Königshainer Berge

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Königshainer Berge; im Sommer 2015 wurde ein Welpe sowie die ehemalige Kollmer Fähe erstmals nachgewiesen; Wurf 2016: noch offen

KN: Knappenrode

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Bereich um Knappenrode südlich Hoyerswerda; erstmals nachgewiesen 2015; Wurf 2016: 2 Welpen

LH: Laußnitzer Heide

aktueller Status: unklar; Kerngebiet: Laußnitzer Heide; seit Winter 2013/2014 verstärkte Hinweise auf ein territoriales Wolfspaar, erster Wurf 2014

MI: Milkel
aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: TÜP Oberlausitz West/ Neustädter Heide (ehem. Kerngebiet des Neustädter Rudels); nachgewiesen seit 2008; Wurf 2016: mind. 4 Welpen

N: Neustadt

aktueller Status: Paar; Kerngebiet: Gebiet um Neustadt (Spreetal), westl. Teil des TrÜPl; erstmals nachgewiesen 2015, von 2004 bis 2008 Kerngebiet des Neustädter Rudels. 2009 wurde es vom Milkeler Rudel übernommen. Nun hat eine Tochter des Milkeler Rudels hier ihr eigenes Territorium etabliert

NO: Nochten
aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: TÜP Oberlausitz/ Tagebaugebiet Reichwalde; nachgewiesen seit 2005, eine Tochter des alten Nochtener Wolfspaares hat das Revier 2012 mit einem eigenen Partner übernommen; Wurf 2016: mind. 4 Welpen

NY: Niesky
aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Gebiet um Niesky / Königshainer Berge; seit Herbst 2011 erstmals nachgewiesen, die Fähe (FT8, "Greta") trug 2013-2015 einen GPS-GSM-Halsbandsender; Wurf 2016: noch offen

RA: Raschütz

aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Raum Großenhain; erstmals nachgewiesen 2016 als Welpen fotografiert wurden; Wurf 2016: mind. 3 Welpen

RT: Rosenthal
aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Gebiet um Ralbitz-Rosenthal (LK Bautzen); eine Tochter FT7 ("Marie") aus dem Milkeler Rudel, die 2012-2013 einen GPS-GSM-Halsbandsender trug, hat hier 2013 zusammen mit einem Rüden ein Revier etabliert, erster Wurf Welpen 2014; Wurf 2016: mind. 2 Welpen

SL: Seenland
aktueller Status: Rudel; Kerngebiet: Elsterheide/ Lausitzer Seenland; seit 2009 bestätigt, das alte Elternpaar ist seit Ende 2011 nicht mehr nachgewiesen, eine Tochter dieses Paares hat das Revier übernommen und reproduziert dort seit 2013; Wurf 2016: mind. 4 Welpen

SP: Spremberg (SN / BB)

aktueller Status: unklar; Kerngebiet: Östl. Spremberg / Slamener Heide, Großteil des Reviers in Sachsen, Teil in Brandenburg; seit 2010 Wolfspaar, im Jahr 2011 erstes Mal Nachwuchs, der besenderte Rüde "Karl" war bis 2014 der Vaterwolf, er starb im März 2015

* Wolfsterritorien, deren Reviere nur zum kleinen Teil in Sachsen liegen und daher zu den Nachbarländern gezählt werden

AH: Annaburger Heide (ST / SN / BB)

Kerngebiet: Annaburger Heide mit Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt; seit 2010 gab es immer wieder einzelne Hin- bzw. Nachweise auf Wölfe, seit 2012 ein Paar bestätigt, im Jahr 2013 erstes Mal Nachwuchs nachgewiesen

HOB: Hohenbocka Rudel (BB / SN)

Kerngebiet: Raum Hohenbocka (BB), das Revier reicht bis nach Sachsen in den Raum Bernsdorf

RZ: Ruszow Rudel (PL / SN)

Kerngebiet: Gebiet um Ruszow (Polen) bis Bereiche östl. Niesky (Sachsen)

Z: Zschornoer Wolfspaar (BB / SN)

Kerngebiet: Zschornoer Heide (BB), das Revier reicht bis nach Sachsen; seit 2007 als welpenloses Wolfspaar bestätigt

Funktion und Aufgaben des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“

Im Zuge der natürlichen Wiederbesiedlung des Wolfes und den daraus resultierenden Aufgaben und Herausforderungen wurden im Freistaat Sachsen Managementstrukturen geschaffen, innerhalb derer verschiedenen Akteuren und Einrichtungen unterschiedliche Funktionen und Aufgaben zugewiesen sind. Für die Öffentlichkeit sind diese Akteure und Einrichtungen und ihre jeweilige Rolle im sächsischen Wolfsmanagement nicht immer leicht zu unterscheiden, wie sich in der Vergangenheit immer wieder zeigte. Oft wird zum Beispiel das LUPUS Institut, das mit der Datenerfassung (Monitoring) des Wolfsvorkommens beauftragt ist, mit dem Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ verwechselt. In manchen Medienbeiträgen sind Namenskombinationen wie „Kontaktbüro LUPUS“ oder ähnliches zu finden. Auch bezüglich der Rolle des Kontaktbüros gibt es Missverständnisse, die sich teilweise ebenfalls in Presseartikeln wiederfinden. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, nachfolgend die Funktion des Kontaktbüros und seine Aufgaben im sächsischen Wolfsmanagement noch einmal klar zu erläutern.
Das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ ist eine im Jahr 2004 vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und dem ehem. Niederschlesischen Oberlausitzkreis eingerichtete Projektstelle für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf. Das Kontaktbüro wird finanziert vom SMUL und befindet sich in Trägerschaft des Landratsamts Görlitz, in dessen Kreisgebiet das Büro seinen Sitz hat. Das Büro befindet sich im Erlichthof Rietschen und ist mit 2,5 Personalstellen (Diplom Biologin Vanessa Ludwig, Diplomforstwirtin Jana Endel, 1 Stelle aktuell unbesetzt) ausgestattet, die beim Landratsamt Görlitz angestellt sind. Zudem sind drei Honorarkräfte für das Kontaktbüro aktiv (Stephan Kaasche, Marlén Schönfeld, Sophia Liehn).
Die Aufgabe des Kontaktbüros ist es, die Bevölkerung, Medien und Interessengruppen allgemein über Wölfe und deren Lebensweise und die Ergebnisse der Wolfsforschung in Sachsen zu informieren. Dabei nimmt das Kontaktbüro eine neutrale, vermittelnde Funktion ein.
Als ständige Ansprechstelle im Erlichthof Rietschen erteilen wir jährlich hunderte Auskünfte auf persönliche, schriftliche und telefonische Anfragen. Zu unseren vielfältigen Öffentlichkeitsaktivitäten zählen zudem Vorträge, Exkursionen, Informationsstände und Projekttage. Seit 2007 führt das Kontaktbüro jährlich ca. 250 Veranstaltungen durch, welche für Bürger des Freistaats Sachsen kostenfrei angeboten werden. Die Herausgabe von verschiedenen Veröffentlichungen (Faltblätter & Broschüren, Presseinformationen, Infobrief), sowie die Betreuung einer umfangreichen Internetseite und einer auf wissenschaftlichen Daten basierten Wolfsausstellung im Erlichthof Rietschen bieten weitere Informationsmöglichkeiten. Auch die Koordination einer sachsenweiten Öffentlichkeitsarbeit in den sächsischen Landkreisen durch Betreuung und Anleitung der Wolfsbeauftragten der Landkreise gehört zu den Aufgaben des Kontaktbüros. 
Die von uns herausgegebenen Informationen über Vorkommen, Verbreitung und Verhalten von Wölfen, sowie zum Thema Nutztierschäden und Herdenschutz basieren vor allem auf den Ergebnissen der Forschung des LUPUS Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung und des Senckenberg Museums für Naturkunde in Görlitz sowie auf Informationen der Herdenschutzbeauftragten (A. Klingenberger, U. Klausnitzer) und der Wolfsbeauftragten der Landkreise. Seit nunmehr 13 Jahren halten wir am obersten Gebot der Öffentlichkeitsarbeit fest: dem Prinzip einer sachlichen und wertfreien Informationsvermittlung, unabhängig von persönlichen Interessen sowie von Einflüssen seitens Politik und Interessengruppen. Die Neutralität der Informationsarbeit, welche auch beinhaltet, dass wir uns nicht in politische Diskussionen zum Thema Wolf einbringen, also keine Meinungen und Äußerungen von Politikern oder Interessensvertretern kommentieren, ist anhand unserer Veröffentlichungen belegbar. In wenigen Ausnahmen wurden schriftliche Äußerungen des Kontaktbüros von Medienvertretern jedoch zu politischen Diskussionen herangezogen, wie zuletzt im Beitrag der Sächsischen Zeitung (Schießen oder Schützen), wovon wir uns ausdrücklich distanzieren.

Quelle: Infobrief Wölfe in Sachsen 2017-02 und Internetangebot Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen"

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