Skandinavien: Keine Hybridisierung in der Wolfspopulation

Foto © Peter Peuker

24.09.2017 - Es gibt keinen Hinweis dafür, dass es in der Skandinavischen Wolfspopulation Einkreuzungen mit Hunden gibt. Drei amerikanische Wissenschaftler legen dem norwegischen Parlament dazu ihre Forschungsergebnisse vor.
Wölfe in Skandinavien stammen aus Finnland und aus Regionen im Westen Russlands.
Die Wissenschaftler Fred Allendorf, Adam Freedman und Robert K. Wayne stellen dar, dass es keine Beweise für Hybridisierung in der Population gibt. Darüber haben die Forscher einen gemeinsamen Zwischenbericht dem Parlament im Auftrag des Umweltministeriums vorgelegt.
In Norwegen hat es einen Beschluss des Parlaments gegeben, in dem diese Fragestellung untersucht werden soll.

Intensive Debatte über Hybriden
Sowohl in Norwegen als auch in Schweden gibt es andauernde Debatten, wie die Wölfe sich auf der skandinavischen Halbinsel ausgebreitet haben. Vielfach wird bezweifelt, dass die Wölfe von Finnland und Russland eingewandert sind und Territorien im südlichen Teil Skandinaviens gebildet haben.
Verdächtigungen über ausgesetzte Wölfe und Wolfshybriden kommen immer wieder auf.
Ziel muss es sein, dass auf wissenschaftlicher Basis die Herkunft der Wölfe in Skandinavien festgestellt wird und ob es sich genetisch um Wölfe oder um Hybriden aus Kreuzungen mit Hunden handelt, die die Population gebildet haben.

Parlamentsauftrag
Das Umweltministerium bekam zu Beginn des Jahres vom Parlament den Auftrag für die Untersuchung. Die Behörde entschied, die Untersuchung in zwei Teilen zu beauftragen.
- Ziel war es, eine unabhängige Untersuchung durchführen zu lassen. Die drei Wissenschaftler besitzen dafür die Kompetenz und werten das vorhandene Forschungsmaterial aus, sagt Ellen Hambro vom Umweltministerium in einer Pressemitteilung.
Die Wissenschaftler erhielten zwei Fragestellungen:

  • - Herkunft des genetischen und des geografischen Ursprungs der nach Norwegen/Skandinavien zugewanderten Wölfe?
  • - Inwieweit können historische und/oder aktuelle Fälle von Hybridisierung von Wölfen in der Population nachgewiesen werden?

Einhellige Meinung
Die Antwort der Forschergruppe im vorgelegten Teilbericht ist eindeutig:
Das Gremium stellt fest, dass das aktuelle Forschungsmaterial ausreicht um festzustellen, dass der gegenwärtige skandinavische Wolfsstamm aus eingewanderten Wölfen aus Finnland und Westsibirien stammt. Darüber hinaus zeigt die Population keine Hinweise auf eine Hybridisierung mit Hunden.
Das Umweltministerium arbeitet nun am zweiten Teil des Auftrages. Darin werden umfangreiche DNA-Analysen durchgeführt. Die Umsetzung dieses Teils des Forschungsauftrages wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern.
"Wahrscheinlich ist eine sehr umfangreiche DNA-Kartierung erforderlich. Es wird notwendig sein, neue Proben abzurufen und alte Proben müssen erneut getestet werden. Diese Untersuchungen werden mehrere Jahre in Anspruch nehmen", meint Ellen Hambro.

Quelle: svenskjakt.se 2017-9-19

Dieser Artikel wurde auf der Website http://www.amaroktv.de/ von Peter Peuker veröffentlicht. Wir danken dem Autor für die freundliche Genehmigung zur Übernahme.

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