Weiterer Wolfsnachweis im Landkreis Dithmarschen

04.10.2017 - Dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement wurde am 3. Oktober 2017 ein weiterer Wolfshinweis im Landkreis Dithmarschen zur Kenntnis gegeben.

Im südlichen Kreis Dithmarschen in der Region Marne kam es im Auguste-Viktoria-Koog zu einer Begegnung mit einem Wolf. PKW-Insassen gelang bei diesem Treffen eine Videoaufnahme, die durch den für Schleswig-Holstein zuständigen Wolfsexperten, Herrn Dr. Norman Stier von der TU Dresden, als C1-Nachweis (eindeutiger Nachweis) eingestuft wurde. Die Beobachtung gelang am frühen Dienstag morgen auf und an einer Straße, die durch einen Deichdurchlass (Stöpe) führt. Es handelt sich damit um den 43. eindeutigen (C 1) oder bestätigten (C 2) Wolfsnachweis in Schleswig-Holstein nach dem erstmaligen Nachweis eines wildlebenden Wolfes im Jahr 2007. Zuvor hatte es aus dem Bereich Dithmarschen einige Sichtmeldungen gegeben, die aber jeweils nicht als eindeutige Nachweise bestätigt werden konnten.

Im Zusammenhang mit dieser Wolfsmeldung weist das schleswig-holsteinische Umweltministerium darauf hin, dass im Rahmen solcher Beobachtungen unbedingt darauf verzichtet werden muss, Wölfe mit dem PKW zu verfolgen. Auf diese Weise verfolgte Tiere könnten hierdurch in Panik geraten und in unvorhersehbarer Weise die Richtung wechseln. Hierdurch könnte es dann zu Unfällen kommen.

Weiterhin ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass es sich beim Wolf um eine auf nationaler und internationaler Ebene streng geschützte Tierart handelt. „Verfolgungsjagden“ mit Autos könnten in bestimmten Fällen deshalb zu Verstößen gegen die strengen Schutzbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) führen. Im vorliegenden Fall liegen dem schleswig- holsteinischen Wolfsmanagement Informationen vor, die vermuten lassen, dass der im Auguste-Viktoria- Koog angetroffene Wolf von mehreren PKW über längere Strecken verfolgt wurde. Nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass von Fahrern, die sich allein im Fahrzeug befinden, aufgrund der Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) während der Fahrt gar keine Film- und/oder Fotoaufnahmen angefertigt werden dürfen.

Generelle Hinweise für das Verhalten bei einer vermuteten Wolfssichtung finden Sie hier: www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/V/Presse/PI/Dokumente/170906_Wolf_Verhaltensregeln.html.

Für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen wenden Sie sich bitte an die Notfallhotline: 0174 / 63 30 335

Quelle: Pressemitteilung Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

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