Stellungnahme Wolfsmischlinge auf Ohrdruf/Thüringen

Die Wolfhybride - eingefangen von einer Fotofalle. Bildrechte: Bundesforst

16.10.2017 - Nachweislich wird die Wölfin von Ohrdruf aktuell von 6 Welpen in ihrem Revier begleitet. Die Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle zum Thema Wolf  (DBBW) bestätigten anhand von Aufnahmen aus Fotofallen, dass diese Welpen leider  Mischlinge aus der Verpaarung zwischen Wolf und Hund entstammen. Die Aufzucht dieser Jungen erfolgte durch die Wölfin ohne Unterstützung eines Partners. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die Fähe leichte Beute anstrebte womit die Zunahme der Nutztierrisse in den letzten Monaten in dieser Region zu erklären wären.

Die DBBW rät zur Entnahme durch Erlegen der Mischlingswelpen. Diese Maßnahme wird vom Umweltministerium Thüringen umgesetzt.

Der Abschuss dieser Mischlingswelpen stellt aus Tierschutzgründen eine traurige Angelegenheit dar, ist jedoch aus Artenschutzgründen unumgänglich. Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. stimmt dieser Maßnahme zu. Das Fangen der Mischlingswelpen für ein Leben im Gehege kann wiederum aus Tierschutzgründen keine Alternative sein da sich die Welpen in diesem Alter  (5-6 Monate) nicht mehr an die Gefangenschaft gewöhnen werden.

Die Entnahme sollte nun möglichst zeitnah durchgeführt werden, bevor die Welpen Abwanderverhalten zeigen.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. plädiert für ein intensiveres Monitoring, damit solche Fälle verhindert bzw. schneller erkannt werden.

So unerfreulich diese Situation erscheinen mag, verdeutlicht dieser Fall Folgendes:
a) das Wolfsmanagement arbeitet und hat die Mischlinge entdeckt
b) Wolfsmischlinge sind sowohl genetisch als auch optisch unterscheidbar
c) die zuständigen Behörden gehen offen mit dieser Situation um und erweisen sich als handlungsfähig.

Andreas Scheck
Freundeskreis freilebender Wölfe. e.V.

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