Getroffen und doch daneben!

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18.10.2017 - Unweit der Gemeinde Vreschen-Bokel in Niedersachsen, wurde am 07.10.2017 ein Jungwolf (Rüde) erschossen in einem Maisfeld aufgefunden. Dies ist der 4. illegale Wolfsabschuss, der in Niedersachsen dokumentiert wurde und der 26. illegale Wolfsabschuss bundesweit. Die Hintergründe über das „Wie?“ und „Wer?“ hierfür scheinen unbekannt.

Die Nachrichten über illegale Abschüsse von Wölfen, obwohl sie einem strengen Schutzstatus (z.B. FFH-Richtlinie, Anhang II und IV) unterliegen, zeigen deutlich, dass Aufklärungsarbeit weiterhin ein wichtiger Baustein im Rahmen des Artenschutzes darstellt. Die Täter solcher Straftaten ignorieren das Gesetz und die möglichen Folgen, die aus einem illegalen Abschuss resultieren können.
Der Verlust eines Altwolfes kann die Rudelstruktur dermaßen beeinträchtigen, dass das Fehlen dieses Familienmitgliedes negative Auswirkungen für die anliegenden Weidetiere haben kann. Nutztierrisse nehmen zu, da diese leichtere Beute für die noch nicht erfahrenen Jungwölfe darstellen.
Die grundlose Entnahme eines Jungwolfes oder Jungwölfin führt einfach dazu, dass die bereits gemachte Erfahrung dieses Wolfes/Wölfin stirbt. Vielleicht wurde in diesem Fall ein Wolf getötet, der bereits gelernt hat, dass Weidetiere sich nicht als Beute eignen. Diese Erfahrung kann dieser Wolf nicht mehr weitergeben. Der Straftäter hat wieder Raum für neue Wölfe geschaffen. D. h. Der Platz für den nun illegal getöteten Wolf wird wieder besetzt werden. Welche Erfahrungen bringt der neue Wolf/Wölfin mit?

Dem Straftäter muss bewusst sein, dass er/sie
a) Auslöser für Konsequenzen ist, die andere austragen müssen.
b) am Entwicklungszustand der Wölfe nichts geändert hat, außer sie weiter anzutreiben.
c) nun strafrechtlich belangt werden kann.

Sehr geehrter Herr Straftäter: Wie sinnvoll schätzen Sie Ihre Straftat ein?

Für den Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.

Sonja Betancor Suárez

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