Mein Tag am Infostand im Archezentrum in Neuhaus

19.03.2018 - Es war eine Anreise von 126 km hierher nach Neuhaus ins Archezentrum, aber wie das hier vorbereitet war, ist lobenswert. So ist es einfach und es macht Freude diesen Infostand zu betreuen. Es ist sehr viel Infomaterial vorhanden, so dass die Besucher sehr gut informiert werden und auch einiges an Material mit nach Hause nehmen können.

Man muss natürlich Kenntnisse über die Wölfe und deren Lebensweise mitbringen, um auf die Fragen der Standbesucher eine Antwort zu haben. Für alles Andere ist hier aber gesorgt. Durch meine langjährige Erfahrung über die Betreuung von Infoständen zum Thema Wolf habe ich sicher schon einiges erlebt.
Hier bilden sich keine Menschentrauben vor dem Infostand, wie z.B. bei den Wolfsnächten in Eekholt oder beim Naturerlebnistag im Uhlenkolk in Mölln, aber einige Besucher kommen doch und möchten informiert werden.

Eine mir selten gestellte Frage war: "Warum machen Sie das?" Dadurch ergab sich ein längeres Gespräch und meine Antwort auf die Frage war: “Ich mache das für die Tiere und hier speziell für die Wölfe." Die Tiere können natürlich nicht am Stand stehen und über sich Auskunft geben, deshalb stehe ich hier. Sie sind keine Bestien, die wahllos andere Tiere, oder wie auch schon verschiedentlich behauptet wird, in der nächsten Zeit auch Menschen angreifen werden. Auch der Wolf hat irgendwann einmal Hunger und muss fressen. Seine Hauptspeise sind aber Wildtiere und die gehören keinem. Findet er aber bei seinen Streifzügen ungeschützte oder schlecht geschützte Nutztiere, greift er auch diese an, um seinen Hunger zu stillen. Es liegt also am Menschen seine Nutztiere besser zu schützen, damit der Wolf gar nicht erst lernt, dass diese Tiere einfache Beute für ihn sind.
Ich möchte, dass die Wölfe sich hier bei uns wieder, wo sie vor vielen Jahren schon gelebt hatten, ungestört ansiedeln können. Sie sind nämlich nicht, wie häufig am Infostand behauptet wird, ausgestorben, sondern sie wurden vom Menschen ausgerottet. Das ist ein großer Unterschied.

Text und Fotos: Jens Hennings

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