Bericht Infostand beim Schlittenhunderennen im Erlebniswald Trappenkamp

05.11.2018 - Am 27. und 28. Oktober war ich mit dem Infostand des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V. beim Schlittenhunderennen in Trappenkamp, Kreis Segeberg. Vor zwei Wochen schwitzten wir noch bei 27 Grad und jetzt am Wochenende kaltes Wetter und Frost. Den Hunden hatte es sehr gefallen und sie sind deshalb gut und schnell auf ihrem Trail gelaufen. An beiden Tagen kamen etliche Besucher zu mir an den Stand und wollten umfangreich auf ihre Fragen zu den Wölfen informiert werden. Es war für mich nicht immer ganz einfach mehrere Besucher gleichzeitig zu bedienen, denn ich war allein. Ein weiterer Standbetreuer, der vorher zugesagt hatte, war an beiden Tagen nicht erschienen.

Am Sonnabend hatte ich ein Gespräch mit einem Jäger, der mir sagte, er hätte kein Problem damit, dass sich der Wolf hier wieder ansiedelt. Allerdings wären es ja keine reinen Wölfe, sondern alles Hybriden.  Auch sollten sie sich nicht den Ortschaften nähern und Abstand halten. Ich war erst fast sprachlos, konnte dann allerdings noch vernünftig mit ihm darüber reden. Nur abbringen konnte ich ihn nicht von seinen Behauptungen. Seine Frau war auch an unserem Stand und musste lachen, denn sie teilte seine Ansichten nicht. Sie wäre der Überzeugung, dass es sicher reine Wölfe sind und hat auch kein Problem damit, wenn sie sich Ortschaften nähern würden, denn andere Wildtiere tun das doch auch. Mich fragte sie, ob ich mir jetzt vorstellen könnte, dass es bei ihr zu Hause sehr interessante Gespräche gäbe.
Mit solchen oder ähnlichen Gesprächen verging der erste Tag recht schnell. Abends saßen wir noch lange mit Hunde- und Wolfsfreunden am Lagerfeuer und ließen den Tag ausklingen.

Der Sonntag fing eigentlich mit einfachen Gesprächen an, bis ein Besucher kam und mir seine Meinung zu den Schutzmaßnahmen der Nutztiere mitteilte. Er war der Meinung, der Staat müsste 100 % der erforderlichen Schutzzäune übernehmen. Auch die Erstattung der vom Wolf angerichteten Schäden (Risse und Verletzungen) sollte zu 100 %  erfolgen, selbst die erforderlichen Schutzmaßnahmen müssten durch den Staat geleistet werden. Meine Meinung dazu war, dass man den Nutztierhaltern doch auch eine gewisse Selbstbeteiligung zumuten kann. Das war nun einmal seine Meinung und davon war er überzeugt, denn dann würde die Akzeptanz gegenüber den Wölfen doch merklich größer sein.
Der weitere Verlauf des Sonntags war recht einfach und ohne große Differenzen in den Gesprächen. Es tauchte aber mehrfach die Frage auf, ob der Freundeskreis auch Wolfsbeobachtungen anbietet, denn man möchte doch einmal einen Wolf in der freien Natur sehen. Das musste ich verneinen, da das nun wegen der wenigen und scheuen Wölfe nicht funktionieren würde. Außerdem wäre es immer noch ein großer Zufall, wenn doch einmal ein Wolf vorbeilaufen würde.

Bericht und Bilder: Jens Hennings

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