Bericht Infostand bei den Wolfsnächten im Wildpark Eekholt am 23. und 24. Februar 2019

Janosch, Mascha und Alexander in Erwartung der Wolfsnächte

27.02.2019 - Seit gut 15 Jahren betreue ich schon auf den verschiedensten Veranstaltungen Infostände für unseren Verein und vor allem für den Wolf. Aber eine so hohe Besucherzahl von über 6000 war auch für mich ein Rekord.
Bis heute sind die grundlegendsten Fragen zum Thema Wolf am Infostand eigentlich gleich geblieben. Wie z.B. "ist der Wolf gefährlich, kann ich noch in den Wald gehen wenn dort Wölfe leben, woran erkenne ich einen Wolf, oder was soll ich tun wenn ich einem Wolf begegne". Bei einigen Besuchern merkt man recht schnell, dass sie das Märchen von "Rotkäppchen und der Wolf" noch nicht als Märchen erkannt haben.

Auf dieser Veranstaltung wurden noch neue, aktuelle Themen angesprochen. Wie können Menschen und Wölfe überhaupt zusammenleben und weshalb soll der Wolf aus dem Kreis Pinneberg / Steinburg abgeschossen werden?
Hier musste erst einmal erklärt werden, dass dieser Wolf sich zu einem "Problemwolf" entwickelt hat. Er hat das Überspringen von sogenannten wolfssicheren Zäunen (106 cm hohe Elektronetze mit einer angelegten Schutzspannung von ca.4000 V) gelernt und mehrfach einige dahinter stehende Schafe gerissen. Für diese Zaunhöhe hat sich Schleswig Holstein festgelegt, in anderen Bundesländern gibt es andere Entscheidungen. Allerdings gibt es keinen 100% Schutz vor Wolfsübergriffen.  Eigentlich springt ein Wolf nicht über diese Zäune, sondern versucht unter ihnen hindurch zu kommen. Doch wenn das nicht möglich ist, weil der Zaun stramm gespannt ist und ab ca. 20 cm über dem Boden am Zaun eine Schutzspannung von ca. 4000 Volt anliegt, verzieht er sich. Wenn er aber durch schlecht aufgestellte Zäune gelernt hat sie zu überspringen, versucht er das natürlich immer wieder. Gelingt es ihm, dann weiß er natürlich auch wie gut die dahinter stehenden Tiere zu erbeuten sind und wie gut sie schmecken. Man kann aber Zäune errichten, die es dem Wolf sehr schwer machen diese zu überwinden. Es macht natürlich mehr Arbeit so einen Zaun aufzustellen, aber es lohnt sich. Es lohnt sich nicht nur für den einen Nutztierhalter, sondern auch für alle anderen. Der Wolf würde zukünftig solche Zäune meiden und sich von anderen wild lebenden Huftieren ernähren.

Auch für die kleinen Besucher dieser Veranstaltung hatte der Park etwas im Angebot. So konnten sie sich Wolfsanhänger und Wolfsmasken basteln, an einer Schminkaktion teilnehmen und als besonderes Highlight konnten sie sich auch Stockbrot am Lagerfeuer backen.

Bericht und Bilder: Jens Hennings

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