Der Wolf in der Holsteinischen Schweiz

„Ich finde Wölfe schön", meinte die kleine Magdalena und drückt dabei ihre Nase verlegen auf den Malbogen. Sie ist die jüngste Besucherin der neuen Ausstellung zum Thema Wölfe im Naturpark-Haus Plön. Die Ausstellung des Freundeskreises Wölfe in der Lausitz e.V. wurde am Samstag, den 10. Mai 2008 durch die Vertreterin des Naturpark-Hauses Thea Daubitz eröffnet. Neben sieben Informationstafeln über den Wolf findet der Besucher auch ein präpariertes Exemplar des Canis Lupus, das freundlicherweise von der Kieler Universität zur Verfügung gestellt wurde. Ferner kann man auch Pfotenabdücke der freilebenden Wölfe sowie eine echte Wolfsfalle bestaunen.

Die Wolfsausstellung soll die Bevölkerung auf die Rückkehr des Wolfes nach Schleswig-Holstein vorbereiten. Hier wurde im April 2007 ein junger Wolfsrüde bei Eutin angefahren und getötet.

Die Ausstellung erklärt den Besuchern das Verhalten des Vorfahren unserer Hunde und geht ebenfalls auf die Problematik zwischen Wolf und Mensch ein. „Die Ausstellung soll objektiv bleiben", sagt Jens Matzen, vom Naturpark Holsteinische Schweiz und Mitinitiator dieser Ausstellung, macht aber noch mal deutlich, dass „der Wolf in unsere Landschaft gehört."

Als Vertreter des Vereins Freundeskreis Wölfe in der Lausitz e.V. war Jens Hennings angereist. Er gehört zu den wenigen, speziell ausgebildeten „Spurenlesern" und hat bereits in Mecklenburg-Vorpommern hilfreich den Behörden zur Seite gestanden, als es darum ging festzustellen, ob wildernde Hunde oder Wölfe verantwortlich für den Angriff auf eine Schafsherde bei Woosmer waren. Für ihn ist die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ein wichtiger Schritt. „Wir versuchen durch Aufklärung Konflikte zwischen Wolf und Mensch zu vermeiden." Der Verein klärt durch öffentliche Veranstaltungen über den Wolf auf. Schwerpunktmäßig arbeitet der Verein in Sachsen und Norddeutschland, hilft Schäfern und Landwirten bei der Absicherung ihrer Nutztiere und unterstützt die Arbeit von Wildbiologen, um so dem Wolf ein sicheren Lebensraum zu ermöglichen.

Bis zum Oktober 2008 kann die Ausstellung besucht werden. Vielleicht hört man bis dahin ja wieder ein leises Wolfsheulen in der Holsteinischen Schweiz. Das wünscht sich auf jeden Fall die kleine Magdalena, die gerade dabei ist die letzten Striche auf ihrem Wolfsmalbogen zu vollenden.

Fenja Hardel

Alle Fotos: Fenja Hardel

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