Spurensuche in Mecklenburg

Am Samstag, den 18. Juli, spürten Jens Hennings, Andreas Scheck und Beatrix Stoepel von der Gruppe Nord dem Wolf nach, der höchstwahrscheinlich im Februar mehrere Schafe bei Woosmer im Landkreis Ludwigslust gerissen hatte. Es hatte die Nacht zuvor heftig geregnet, so dass die Hoffnung, Spuren zu entdecken, sehr klein war. Doch schon am Abend zuvor war die Gruppe bei einem Kontrollgang fündig geworden: eine sehr wolfsverdächtige Losung lag seitlich auf einem Grasweg am Rande eines Militärischen Sperrgebietes. Auf diesem Truppenübungsplatz wird das Revier des Wolfes vermutet, es wurden schon häufiger dort Spuren und Losung gefunden. Bislang konnte davon nur eine genetisch analysiert werden und deckte auf, dass der Mecklenburger Graue nicht direkt mit den Lausitzer Rudeln verwandt ist. Vermutlich ist er direkt aus Polen an Berlin vorbei bis nach Mecklenburg gelaufen.

Wolfsverdächtig kam den Fährtenlesern die Losung deshalb vor, weil sie die richtige Größe hatte – vergleichbar mit Hundelosung -, Knochen und Haare enthielt und einen sehr strengen Raubtiergeruch hatte. Jens scheute keine Mühe, sich davon direkt zu überzeugen (siehe Bild). Das Team fotografierte die Losung mit einem Maßstab im Bild, und Jens sicherte mit seinem GPS Gerät die Koordinaten. Erst dann wurde die Hinterlassenschaft in zwei mit Alkohol gefüllte Gläschen gesteckt. Die Proben werden an LUPUS weitergeleitet, wovon eine später in Kiel genetisch untersucht werden wird, die zweite verbleibt bei LUPUS für den Fall, dass die erste Probe verloren gehen sollte.

Am Samstag fanden die vier Spurensucher noch eine weitere, jedoch schon deutlich ältere Losung. Sie wird nur der Nahrungsanalyse dienen können. Ein dritter Fund gab den vieren Rätsel auf: eine breiig zerflossene Masse, die zwar auch Haare enthielt und nach Raubtier roch, aber, so Jens mit seiner geschulten Nase, „völlig anders als ein Wolf“. Vorsichtshalber nahm das Team dennoch alle Daten auf und nahm Proben. Der Verdacht fällt auf Marderhund, eine Annahme, die sich das Team in den nächsten Tagen von dem Fachmann Norman Stier bestätigen lassen will.

Beatrix Stoepel