Kinder-Wolfscamp vom 29.08.08 bis 31.08.08 auf dem Gelände des Wildparks Eekholt

Bericht: Iris Nagler Meyer

Von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag fand zum 6.ten Mal das Wolfswochenende für Kinder statt.
Das Betreuungsteam und die Aufbaugruppe bestehend aus Doris, Jens, Andreas, Thorsten, Sabine, Dennis, Thoddy, Lisbeth und Bernd haben sich schon seit vielen Jahren bewährt.
Jens, Thorsten und Bernd waren schon lange am Wirken, als ich dazu stieß.

Nach der Ankunft der angemeldeten Seminarteilnehmer (18 Mädchen und 4 Jungen), ging es sofort los mit dem ersten Punkt des Seminars. Gerd unser „Indianer“ erzählte auch in diesem Jahr den Kindern im Tipi Geschichten der Indianer und sang mit ihnen indianische Lieder. Neben einer Geschichte einer Indianerin die den Winter bei den Wölfen verbrachte und danach die Sprache der Wölfe verstand, erzählte er auch von einem Missverständnis zwischen einem Cowboy und einem Lakotaindianer.
- Cowboy und Indianer treffen sich auf einer Anhöhe und wenden zur Verständigung Gebärdensprache an, die jeder der beiden anders deutet. Während der Cowboy seiner Frau von der erfolgreichen Vertreibung der feigen Rothaut die ihn erschießen wollte berichtet, erzählt der Indianer seiner Frau, dass Cowboys merkwürdige Leute seien, die auf die Frage: „Wie heißt Du ?“ „Ich bin eine Ziege !“ antworten. -
Danach wurden die Schlafplätze in den Zelten eingerichtet, der Wald erkundet und die anderen kennen gelernt. Alle hatten so viel Zeit, bis Jens die vielgerühmte und superwirkungsvolle Trommel schlug; weithin hörbar – das absolute Sammelsignal.
Nun gab es das einzigartige Stockbrot am Lagerfeuer von Doris, Lob an die Köchin! Es wurde gegrillt und geschmaust und die ersten Taschenlampen verloren. So kam es, dass nicht nur zum Rufen der Wölfe bei Dunkelheit geheult wurde. Wir sind fast sicher, dass wir dieses Mal eine Antwort von den Wölfen bekamen..... gut geheult!
Schnell war es spät und die Müdigkeit trieb die Kinder in ihre Zelte.
In dieser Nacht röhrten die Hirsche „furchterregend“ bis zum Morgengrauen.
Dann „röhrten“ auch schon die ersten Frühaufsteher.

Samstag!!
Lecker frühstücken und ein bisschen im Wald herumstreifen, Dennis, der das Team vervollständigte, begrüßen und dann richtig loslegen in Sachen Wolf!!
Geweihe, Hörner, Schädel, Pfotenabdrucke, Wolfslosung, Fotos, ein Wolfsfell, all das konnten die Kinder betrachten und anfassen, während Dennis und Jens den Kindern von der Lebensweise der Wölfe berichteten.
Von der Geburt bis zum erwachsenen Wolf, dem Beutespektrum, den Jagdstrategien, der Rangordnung und den Lebensräumen  - die Kinder konnten eintauchen in das Leben der Wölfe.
Nicht nur zuhören und mitwissen, sondern auch das leibhaftige Anwenden des gehörten durch Jagd- und Fluchtspiele, ließ diesen Samstagvormittag wie im Fluge vergehen.
Essen- Pause- trommeln, den Verlust weiterer Taschenlampen beklagen und weiter ging es rund um den Wolf mit einem  Revierspiel, dem Besuch im Tierpark zur Wolfsfütterung und zur Flugschau der Raubvögel. Immer wieder beeindruckend ist es zu hören, wie viel Wissen die Kinder vom Wolfscamp am Wolfsgehege zum Besten geben.
Feuer- Lob der Köchin, das Zweite! – Singen bis es dunkel wird, Taschenlampen mit roter Folie umhüllen und dann, leise, leise, leise zum Wolfsgehege wandern.
Mit den abgedunkelten Lampen kann man die Wölfe im Dunkeln sehen, ohne dass diese geblendet werden, sie stören sich nicht  an diesem Licht.
Zurück bei den Zelten, kehrte nach diesem erlebnisreichen Tag schnell Ruhe ein. In dieser Nacht waren sogar die Hirsche müde..............

Sonntag!!
Fast 9.00 Uhr und es ist so still?? Raus aus den Schlafsäcken lecker frühstücken, schon mal packen und verschollene Taschenlampen wiederfinden.
Dann die von Thoddy und Lisbeth aufwändig gestaltete legendäre Abschlussrallye im Tierpark, natürlich mit Fragen und Aufgaben  rund um den Wolf.
Ein köstliches Mittagessen, Urkundenverleihung für alle Kinder die teilgenommen haben, Gruppenfoto, herbeiströmende Eltern, Sachengesammel, ein Handschlag zum Abschied und plötzlich war alles vorbei. Übrig blieben die, die zuerst kamen; sie bauten ab, räumten auf und dann hieß es auch für uns erst einmal Abschied nehmen.
Wenn ein Betreuungsteam sich freut, dass die Kinder soviel geheult haben, dann kann es natürlich nur wunderbares Wolfsgeheul gewesen sein, was immer wieder aus Wald und Zelt an unsere Ohren drang.

Ich danke diesem wunderbaren Team, dass ich zum zweiten Mal dabei sein durfte, bei dieser großartigen Veranstaltung, die sie mit so großem Einsatz vorbereiten und so liebevoll durchführen.
Ich durfte teilhaben an einem außergewöhnlichen Ereignis, bei dem Kinder die Möglichkeit bekommen  sich dem Lebewesen „Wolf“ zu nähern, wertfrei und fröhlich.

Danke! in Freundschaft: Iris