Wolfsfanggrube im Thüringer Wald

Bericht: Heidrun Krug

Im Thüringer Wald südlich von Bad Blankenburg befand sich zwischen Cursdorf und Katzhütte eine Wolfsfanggrube. Heute kreuzen sich hier zwei Wander- und Radwege und es wurde ein schöner Rastplatz angelegt. Die Ausschachtung der Grube ist noch vorhanden und mit Wasser aufgefüllt. Das Areal ist umzäunt und ein Schild gibt folgende Informationen über die Funktion der Grube und die letzten Wölfe in der Gegend:

"Diese Großraubwildfanganlage wurde im 18. Jahrhundert angelegt. Die Grube war mindestens 3 m tief, die Wände waren mit Holzbohlen ausgekleidet und sie wurde mit Reisig oder einer drehbaren Holzplatte abgedeckt. Als Köder dienten lebende oder tote Haustiere. Ein niedriger Zaun um die Grube zwang die Wölfe zum Springen, was den Druck auf die Abdeckung verstärkte.

Im ehem. Fürstentum Schwarzburg – Rudolstadt wurden der letzte Wolf 1767 auf der „Sautenburg“ (1 km in SW-Richtung), der letzte Luchs 1743 bei Neuhaus a. Rwg. und der letzte Bär 1797 an der „Hettstedt“ (Berg 2 km in O-Richtung) erlegt.

Im Thür. Wald kamen der letzte Wolf 1804 bei Farnroda, der letzte Luchs 1815 bei Luisenthal und der letzte Bär 1897 im Cursdorfer Forst zur Strecke. 1817 wurden innerhalb der Grenzen Preußens noch 1080 Wölfe geschossen. 1826 zeigte sich nochmals ein Wolf im Katzhütter Forst."

Für Interessierte eine kurze Wegbeschreibung: 

Vom Ortsteil Ziegelhütte (Cursdorf) verlässt man die Hauptstrasse in Richtung zum Sportplatz und geht geradeaus weiter an der Pechhüttenquelle vorbei zur Schutzhütte Drei Lärchen. Der roten Strichmarkierung folgend sieht man links die Wolfsgrube mit der Schutzhütte. Der Wanderweg hat die Bezeichnung Wallendorfer Weg, der weiter nach Katzhütte führt.