Der letzte Wolf vom Odenwald

Bericht: Jens Hennings

In der Zeit vom Frühjahr 1864 bis zum März 1866, verbreitete der Wolf in der Umgebung des Odenwalds Angst und Schrecken. Er richtete nicht nur unter den Wildtieren großen Schaden an, sondern sorgte auch in den Schafherden für zahlreiche Verluste. Es wurde sogar ein Gerücht verbreitet, dass er im Januar 1866 ein 18 jähriges Mädchen zerrissen haben soll, was sich dann aber zum Glück nicht bestätigte. Die Zeitungen hatten ordentlich die Ängste geschürt. Die Bevölkerung war in Furcht und die Jäger in Aufruhr.

Am 12. März 1866 wurde der Wolf im Eberbacher Stadtwald vom Rathschreiber Diemer erlegt. Anschließend wurde er in Oberdielbach vermessen, gewogen und dort kurz für die Öffentlichkeit ausgestellt. Abends wurde er im „Amtshaus“ von Eberbach abgeliefert und auch dort der wartenden Menschenmenge gezeigt.

Es war ein Rüde und maß von der Schnauze bis zum Schwanzende 5 Fuß und 2 Zoll. Seine Höhe wurde mit 2 Fuß und 6 Zoll angegeben. Das Gewicht betrug 80 Pfund.

Heute steht der ausgestopfte Wolf im Heimatmuseum der Stadt Eberbach am Neckar. Am Abschussort hat der Lionsclub Eberbach im August 2000 einen sehr schönen Wolfsstein aufstellen lassen, auf dem eine Kupfertafel befestigt ist.

Die Kupfertafel trägt folgende Inschrift:

Hier wurde am
12.März 1866 der
letzte Wolf
des Odenwalds
von Vincenz Diemer
aus Schollbrunn
nach einer Treibjagd
erschossen

UTM - Koordinaten:  32 U    501863 E
                                          5476165 N

Die Informationen habe ich zum Teil aus dem Buch „Die abenteuerliche Geschichte des letzten Wolfs im Odenwald“. Dieses Buch ist auch in unserer Vereinsbibliothek vorhanden und kann von interessierten Vereinsmitgliedern dort ausgeliehen werden.