Kinder-Wolfscamp „Wölfe erleben“ 2009

Bericht: Jens Hennings

An unserem 7. Kinder-Wolfscamp auf dem Gelände des Wildparks Eekholt vom 28. bis 30. August 2009, nahmen 25 wolfsinteressierte Kinder teil. Die Teilnehmerplätze waren schon seit langem vergeben und für das Jahr 2010 liegen auch schon einige Anmeldungen vor. Unser seit Jahren bewährtes Programm ist schließlich auch ein Garant für das Gelingen dieser Veranstaltung.

Für uns ist es immer wieder ein spannender Moment wenn die Eltern kommen und uns ihre Kinder anvertrauen. Jedes Mal stellen wir uns die Frage, wie wohl diesmal die Gruppenzusammensetzung und deren Dynamik sein wird, denn darauf haben wir nur wenig Einfluss. Wie sich aber sehr schnell zeigte, waren es in diesem Jahr sehr angepasste und pflegeleichte Kinder, die auch im Umgang miteinander keine Probleme hatten.

Nur Petrus hatte nicht so ein Einsehen mit uns und servierte uns ein eher nasskaltes Frühherbst-Wetter. Das hatte aber den Vorteil, dass wir ohne die sonst zu dieser Jahreszeit recht aktiven Wespen zu tun hatten. Alle unsere vielen Freiluftaktivitäten konnten wir aber trotzdem bei relativ guten Wetterbedingungen durchführen. Das war nicht immer so.

Nachdem die Kinder ihr Gepäck in die Jurte gelegt hatten, haben wir uns erst einmal mit einem besonders dafür geeignetem Spiel bekannt gemacht und dabei die lustigen Namenbuttons verteilt. Danach ging es ins Tipi zu unserem Geschichtenerzähler, der ihnen passend zum Thema indianische Wolfsgeschichten erzählte. Dann wurden die Schlafplätze hergerichtet und es gab Abendbrot. Wir hatten ein Lagerfeuer entfacht, über dem die Kinder Stockbrot und Würstchen braten konnten. Zum Abschluss des ersten Tages haben wir mit den Kindern unsere bekannt berüchtigten Heulorgien in der Nähe des Wolfsgeheges, aber außerhalb des Wildparks, angestimmt. Die Wölfe waren aber leider nicht bereit uns zu antworten.

In der Nacht gab es dann kräftige Regenschauer, die dafür sorgten, dass einige Kuscheltiere, die ihre Nase zu weit aus dem Zelt gesteckt hatten, am nächsten Morgen etwas nass waren. Auch einige Schlafsäcke hatten vom Regen etwas abbekommen. Zum Frühstück schien die Sonne und die Welt war wieder in Ordnung. Nachdem alle gesättigt waren, wurde nach einer kurzen Pause etwas theoretisches Wissen über den Wolf vermittelt. Hierfür hatten wir reichlich Anschauungsmaterial mitgebracht, so dass die Kinder auch mal etwas anfassen konnten. Neben dem Wissen über die Wolfsfamilie, das Leben im Rudel und die Rangordnung, erfuhren die Kinder auch einiges über ihre Beutetiere, denn das sollte an frühen Nachmittag  als Rollenspiel nachgespielt werden. Wie verhält sich eine von Wölfen bedrohte Karibuherde, oder wie schützen die Moschusochsen ihren Nachwuchs vor Wolfsangriffen. All das wurde ihnen vermittelt. Das Problem mit den Hausschafen wird von den Kindern immer besonders gerne nachgespielt, weil das für die Wölfe sehr einfach ist, wenn die Schafe nicht geschützt werden. Aber wir hatten ja unsere „Herdenschutzhunde“ mit, die im zweiten Durchgang zum Einsatz kamen. Als wir nur einen „Herdenschutzhund“ zum Schutz der Schafe einsetzten, konnten die Wölfe ihn ja noch überlisten, aber das war bei drei eingesetzten „Schutzhunden“ nicht mehr möglich und die Wölfe mussten mit knurrendem Magen ohne Beute abziehen.

Bis zum Abend hatten wir noch mehrere „Wolfsspiele“ vorbereitet, die die Kinder mit Begeisterung spielten. Auch an der regulären Wolfsfütterung des Wildparks nahmen die Kinder teil.

Unser Abendessen mussten wir dann leider unter einer großen gespannten Schutzplane einnehmen, da es wieder regnete. Danach verzogen wir uns in die große Jurte und saßen um ein Lagerfeuer zum gemeinsamen Singen und Musizieren. Zu unserer späten Nachtwanderung zu den Wildparkwölfen waren trotz Trockenheit und sternklarem Himmel nicht mehr alle Kinder zu motivieren. Sie hatten sich im laufe des Tages ausgetobt und wollten lieber gleich in ihren Schlafsack kriechen und schlafen. Also zogen wir mit einer kleinen Gruppe los, um den Wölfen einen nächtlichen Besuch abzustatten. Die Wölfe hatten uns schon am Zaun erwartet und verhielten sich wie die Kinder, völlig ruhig. Nach kurzer Zeit sind wir dann ins Camp zurückgekehrt und beendeten so den zweiten Tag.

In der Nacht gab es wieder einige leichte Regenschauer, aber zum Frühstück schien wieder  die Sonne. Jetzt stand noch die Wolfsrallye durch den Wildpark auf dem Programm, wobei die Kinder an den verschiedenen Stationen ihr erlerntes Wolfswissen testen konnten. Wurden alle Aufgaben richtig gelöst, ergaben die gesammelten Buchstaben das Lösungswort.

Das Lösungswort in diesem Jahr hieß:  „Wolfsspur“

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es noch eine Teilnehmerurkunde und danach konnten die Eltern ihre unversehrten, aber müden Kinder, wieder in ihre Arme schließen.

Nach dem Abschied gab mal wieder einen kurzen Regenschauer und damit war mein Tipi nass, so dass ich es zu Hause mehrere Tage trocknen musste.

Weitere Bilder zu diesem Wolfscamp findet man hier auf der HP in der Galerie.