„Wolfsgeheul“ in der Sächsischen Schweiz

Bericht: Janine Meißner

„WARUM macht ihr Öffentlichkeitsarbeit für den Wolf? Der Wolf ist da – und das ist gut! Darüber muß man doch nicht reden!“ – Ganz so ist es eben nicht. Beziehungsweise ganz so einfach ist es nicht.

Wolfsgeheul ist in der Sächsischen Schweiz noch nicht zu hören. Die Region gehört derzeit noch nicht zum ausgewiesenen Wolfsgebiet. Aber „Wolfsgeheul“ war der Aufmacher für einen Informationsabend in Hohnstein OT Hohburkersdorf in der Sächsischen Schweiz, den der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. zusammen mit dem Nationalparkpartner „Permahof“ (www.permahof.de) am 16. Oktober veranstaltete. Bei Regen und Schneematsch versammelten sich zahlreiche Interessierte, Presse und Vertreter des Landratsamtes um das Lagerfeuer im hölzernen Rondell des urigen Hofes. Über dem Feuer köchelte ein Kesselgulasch und wärmte schließlich von innen.

 

Seit Ende der 90er Jahre vollzieht sich die natürliche Wiedereinwanderung des Wolfes nach Deutschland. Der Wolf taucht nach einer langen wolfsfreien Zeit wieder auf – und das kann Einschränkungen bedeuten.

In seinem Vortrag informierte André Klingenberger über die aktuelle Situation der Wölfe in Deutschland. Er stellte verschiedene Präventionsmaßnahmen für Nutztierhalter vor und erklärte, wie bei von Wölfen verursachten Schäden verfahren wird.

Ein Schäfer aus der Sächsischen Schweiz reagierte auf diese Ausführungen und berichtete von mehreren toten Schafen. Der Tierhalter war von dem bedauerlichen Vorfall im Winterhalbjahr überrascht worden. Unklar war, wohin die Schadensmeldung gerichtet werden sollte. Unklar war und blieb somit auch, wie es zu dem Schaden kam. Unklar ist für den Schäfer noch immer, wie eine etwaige Entschädigung außerhalb des Wolfsgebietes gehandhabt würde und wie die vorgeschlagenen Präventionsmaßnahmen finanziert werden sollten.

DARUM gibt es offenbar doch großen Rede- und Aufklärungsbedarf zum Thema Wölfe in Deutschland – und zwar insbesondere im Noch-Nicht-Wolfsgebiet! Mit einer Fortsetzung seiner Arbeit möchte der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. deshalb auch zukünftig dazu beitragen, Konflikte zu mindern und damit die Akzeptanz des Wolfes zu fördern – womöglich mit einer weiteren Informationsveranstaltung in der Sächsischen Schweiz.