Jubiläums-Exkursion in der Lausitz

Bericht: Birgit Burkhardt und Doris Hennings

Mit einer Wochenend-Veranstaltung begann im Januar 2004 die Geschichte unseres Vereins. In Erinnerung daran sollte nun nach fünf Jahren Vereinstätigkeit wieder mit Information aus erster Hand und Exkursion im Wolfsgebiet ein Wochenende gestaltet werden.

Dieses Angebot  wollten wir uns nicht entgehen lassen und so fuhren wir, aus dem Norden kommend, mit einem kleinen Schlenker über Wurzen (Birgit abholen, die schon mit ihren Geburtstags-Gutschein wartete) nach Neustadt/Spree.

Da von den ursprünglichen 12 angemeldeten Teilnehmern 6 verhindert/ abgesagt hatten, waren wir ein sehr kleiner Kreis. Die Einführung zur Veranstaltung konnte somit bei Sebastian Körner im Büro von Lupus stattfinden. Das war sehr gemütlich, sehr ausgiebig und interessant und auch sehr lange.

Am Samstag trafen wir uns um 09.00 Uhr am „Hammer“ und dann fuhren wir mit Karsten Nitsch ins Gelände. Der Waldparkplatz in der Nähe von Bärwalde war schnell erreicht und wir stiefelten bei eisigen Temperaturen, aber mit Sonnenschein und blauen Himmel los.

Schon nach einigen Metern waren die ersten Tierspuren zu entdecken und Karsten brachte uns mit viel Geduld Stückchenweise auf das richtige Tier: eindeutig mehrere Wölfe. Klasse, das wollten wir doch sehen!

Auf unserer 7-8 km langen Runde zeigte und erklärte uns Karsten Spuren von Rotwild, Schwarzwild, Dachs, Fuchs, Hase und natürlich vom Wolf. Da es vor zwei Tagen heftig geregnet hatte, waren all diese Spuren nicht alt, sondern eher ziemlich frisch und gut erhalten.

An einer Stelle konnte uns Karsten sogar Spuren von 6 nebeneinander laufenden Wölfen zeigen und erklären. Das war sehr spannend.

Birgit und ich erleichterten unsere Rucksäcke von dem mitgeführten Gips und Wasser und so konnten wir einen eigenen Abdruck der Wolfstatze als Erinnerung von diesem Wochenende mit nach Hause nehmen.

Nebenbei erklärte uns Karsten viel über die Landschaft, ihre Entstehung und die dort vorkommenden Steine. Sogar Bernstein hatte er hier gefunden und zeigte uns stolz seine Fundstücke.

Im Laufe des Nachmittages entschlossen wir uns, bis zur Dunkelheit in diesem Gebiet zu bleiben und weiter zu beobachten. Karsten fuhr mit Sabine und Michael nach Sprey, sich „aufwärmen“.

In den folgenden 1 ½ Std. sahen wir von unserem Beobachtungspunkt leider nur ein Reh vorsichtig durch den Graben gehen, keinen Wolf, wo wir doch so sehr darauf hofften ……

Ab 19.00 Uhr war eine Filmvorführung im Kaminzimmer des „Hammer“ angesagt.

Zu unserer Überraschung  hatte Sebastian dazu die dort versammelte Jägergruppe eingeladen. Hitzige Diskussionen entbrannten um das Thema Wolf. Ein Norweger schilderte uns die Situation in seinem Land, die aber nicht mit Deutschland vergleichbar ist. Sabine musste mehrfach schlichtend eingreifen. Trotzdem wollte und konnte keiner von uns sich so ruhig und souverän verhalten, wie es Sebastian im Umgang mit diesen Jägern tat. Respekt, das war echt professionell!

Die Filmaufnahmen haben uns alle sehr begeistert und so wurde es noch ein langer und gemütlicher Abend.

Am Sonntag starteten wir nur noch zu viert mit Sebastian in Richtung Terranova, wohin sich vermutlich das Neustadtrudel „verzogen“ hat. Dort haben wir einige sehr interessante Filmorte von Sebastian zu sehen bekommen. Allerdings haben die Jäger dort in der Nähe eine Treibjagd veranstaltet und wir wollten unter keinen Umständen in deren Nähe geraten. Also führte Sebastian uns zu einem Tagebau in der Nähe von Spremberg, wo wir allerdings nur alte Losung und ältere Spuren finden konnten. Dafür hat er uns sehr viel erzählt und mit vielen neuen Eindrücken ging es gegen
14.00 Uhr wieder zurück nach Neustadt.

Nach einem gemeinsamen Abschluss-Essen verabschiedeten wir uns und fuhren in alle Himmelsrichtungen davon.

Rückblickend kann man nur sagen: Eigentlich war es schön, dass wir nur so eine kleine Gruppe waren. Wir haben sehr davon profitiert!

Es war ein interessantes und lehrreiches Wochenende, das sicher bei uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.