Eisiges Vergnügen - Eekholter Wolfsnächte

Bericht und Fotos: Jens Hennings

27./28. Februar - Knapp 3000 Besucher ließen sich nicht durch das nasskalte Wetter abschrecken und kamen zu den diesjährigen Wolfsnächten in den Wildpark Eekholt. Der Wechsel aus Tauwetter und Frost hatte das Veranstaltungsgelände in eine große Eisfläche verwandelt. Doch dem Wildpark-Team war es gelungen, diese gefährlich glatten Flächen mit einer dicken Schicht geschredderten Holzes so abzustumpfen, dass die Besucher nicht gefährdet waren. Entgegen unseren Befürchtungen konnten unsere Mitglieder Levke und Bernd auch die schon legendären Fahrten mit ihrem Huskygespann durchführen.

Den Freundeskreis-Info-Stand hatten wir wieder in der großen Feuerjurte aufgebaut, wo in einer Feuertonne den ganzen Tag über ein Lagerfeuer brannte. Neben uns waren noch die „Nothilfe für Polarhunde e.V.“, „Nordische on Tour“ und die „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe“ mit ihren Ständen vertreten.

Wo gibt es denn in Deutschland überall freilebende Wölfe? Diese Frage stand auch dieses Mal bei den meisten Besuchern im Mittelpunkt. Unsere selbst angefertigte Karte mit den Wolfsstandorten in Deutschland half uns, sie anschaulich zu beantworten. Da die hiesige Presse wenige Tage zuvor über eine Wolfssichtung im südlichen Dänemark berichtete – die allerdings bislang nicht bestätigt ist - , war auch das ein Thema.

Die Tochter eines Wanderschäfers aus Rendsburg hatte ihren Pyrenäenberghund mitgebracht. Obwohl unser Vereinsmitglied Dennis Forner gar nicht auf diese Aufgabe vorbereitet war, stellte er diesen Hund den Besuchern vor, zeigte auf, welche anderen Rassen von Herdenschutzhunden es noch gibt und wie diese Tiere zum Schutz der Schafherden eingesetzt werden. Nur wenige Besucher hatten davon schon einmal gehört.

Natürlich gehört zu einer „Wolfsnacht“ dazu, nach Einbruch der Dunkelheit in gemütlicher Runde in der Jurte am Lagerfeuer zu sitzen. Andrea hatte ihre Gitarre mitgebracht und trug so besonders zum Gelingen des Abends bei. Am späten Abend riss die Wolkendecke auf, und der Vollmond tauchte die Szene in ein gespenstisches Licht – passend zu den vielen Mythen und Legenden, die sich um Wölfe und Werwölfe ranken. Wie um diesen Eindruck noch zu unterstützen, begannen die Huskies von Levke und Bernd plötzlich zu heulen. Sie animierten damit die beiden Wildparkwölfe, in den schaurig schönen Gesang einzustimmen – und so wurden wir Zeuge einer Kommunikation zwischen Wölfen und ihren Nachfahren.  Als ich irgendwann endlich im Schlafsack lag, war die Nacht schon fast vorüber.

Der nächste Tag wurde noch regnerischer. Der Vorteil war, dass die Nässe viele Besucher zu uns in die trockene Jurte trieb. Als ein Fernsehteam vom NDR Aufnahmen für einen kurzen Bericht über die Wolfstage machte, waren auch wir vom Freundeskreis gefragt. Dennis berichtete über die Herdenschutzhunde, Doris stellte ihre Huskies vor, und ich erzählte etwas darüber, wie man mit Hilfe von Spurenkunde Wolfssichtungen bestätigen kann. Insgesamt war es eine ansprechende, gelungene Veranstaltung, auf der wir unser Wissen über Wölfe weitergeben konnten – und zudem eine gute Werbung für unseren Verein.