3. Wendländische Wolfstage

10.-11. April 2010 - Launisch zeigte sich der April an den beiden Tagen in Mützingen, so wie man es von ihm kennt. Es wehte eine steife Brise aus Nordost, und die Sonne ließ es bei einigen Stunden am Vormittag des Samstags bewenden. Braungebrannt von zwei Wochen Camping im Mecklenburgischen ließ Jens Hennings die Kälte ungerührt. Da war er von verregneten Kindercamp-Wochenenden schon ganz anderes gewohnt. Gut gelaunt wie meistens und mit viel Sachververstand verbrachte er an beiden Tagen der 3. Wendländischen Wolfstage in Mützingen viele Stunden hinter dem Tisch des Infostandes - tatkräftig unterstützt von unserem immer einsatzbereiten und sehr aktiven Mitglied Andreas Scheck. Aufmerksamkeit zog vor allem die von den beiden angefertigte Wolfsverbreitungskarte auf sich. Auf eine magnetische Deutschlandkarte hatten sie mit verschieden gefärbten Wolfssymbolen sämtliche in Deutschland nachgewiesenen Rudel und Einzelwölfe, Totfunde und Hinweise auf Wölfe vermerkt. Das Praktische daran: Da die Wolfssymbole auf kleinen magnetischen Täfelchen kleben, sind sie jederzeit verschiebbar und die Karte bleibt immer aktuell.

Schatzmeisterin Heidrun Krug hatte am Samstagnachmittag ein Erlebnis der besonderen Art: Sie durfte auf dem Wagen des Schlittenhundegespanns von Levke Erichsen und Bernd Fedder eine Runde drehen. Ganz ohne blaue Flecken ging es bei der stürmischen Fahrt auf dem robusten, ungefederten Gefährt nicht vonstatten. Am Spätnachmittag hielt Pressesprecherin Beatrix Stoepel einen Vortag über das Märchen vom Alpha-Wolf und von der Wolfsinvasion. Der Raum in der wunderschön restaurierten Alten Ziegelei war bis auf den letzten Platz besetzt. Gespannt verfolgten die Zuhörer auch den Vortrag von Markus Bathen vom NABU, der im Anschluss sehr anschaulich über die Situation der Wölfe in Deutschland mit vielen weiteren Informationen rund um den Wolf berichtete.

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Es gab leckere Pizza, ebenso guten Kuchen und einen von Uwe Tichelmann, der ein absoluter Anhänger des braunen Gebräus ist, in höchsten Tönen gelobten Kaffee. Den schönen Gesang des Chors "Kileano" am Samstag Abend erlebten einige von uns nur akustisch mit, weil die Vorstandsmitglieder das Zusammensein für ein Treffen im Oberstübchen der Ziegelei nutzen, um das ein oder andere zu besprechen.

Am Sonntag führten Levke und Bernd ihr Gespann noch zweimal vor, es gab ein Puppenspiel für kleine Wolfsfreunde und einen weiteren Vortrag vom Leiter der Eberhard Trumler-Station Dirk Ross über die Domestikation des Hundes.

Die Wolfs-AG Wendland, die die Tage lange im Voraus geplant und organisiert hat, hat wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet - es war eine rundherum gelungene Veranstaltung. Doro Ostwald und Marion Rabe, die außerdem auch dem Freundeskreis angehören, haben zusammen mit ihren AG-Mitstreiterinnen nun schon zum dritten Mal eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die inzwischen weit über die Grenzen des Wendlandes bekannt ist - ihnen herzlichen Dank für die ganze Mühe. Zwar waren die Tage etwas weniger besucht als die beiden vorausgegangenen Male, aber wer da war, hat viele schöne Stunden erleben und sicher auch so manches lernen können. Für den Freundeskreis waren die Mützinger Wolfstage auch dieses Mal wieder eine gute Plattform, um für den Schutz des Wolfes zu werben und über dieses Tier zu informieren.
Bericht und Fotos: Beatrix Stoepel