Ortstermin zur Jagdrecht-Petition

Im Sommer vorigen Jahres hatte der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. zu einer Sammelpetition gegen die vom Land Sachsen geplante Aufnahme des Wolfs ins Jagrecht aufgerufen. Am 18. Mai findet nun in Rietschen ein Ortstermin dazu statt. Der Vorsitzende Uwe Tichelmann und ein weiterer Vereinsvertreter werden daran teilnehmen ebenso wie Vertreter des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), des Wildbiologischen Büro LUPUS, des Kontakbüro Wolfsregion Lausitz und weiterer Interessensverbände. Das Land Sachsen wird durch die Abgeordnete Kathrin Kagelmann und weitere Abgeordnete vertreten sein. Über den Verlauf und die Ergebnisse werden wir aktuell berichten.

Nein zu Wolf im Jagdrecht

08. Mai 2010- Der Sächsische Umweltminister Frank Kupfer (CDU) will den Wolf wieder ins Jagdrecht zu übernehmen. Damit beugt er sich einer Forderung des Sächsischen Landesjagdverbandes. Der Freundeskreis Freilebender Wölfe e.V. lehnt dies ganz entschieden ab. Die Wolfpopulation in Deutschland ist weit davon entfernt, stabil zu sein - eine Jagd ist von daher allein aus naturschutzrechtlichen Gründen abzulehnen. Es deutet bislang nichts darauf hin, dass sich diese Situation schon bald ändern wird.

Der Minister begründet seine Entscheidung damit, er wolle die Jäger in das Wolfsmonitoring einbinden und ihnen dadurch mehr Verantwortung für den Schutz des Wolfs auferlegen. In einem offenen Brief des Sächsischen Jagdverbandes an Kupfer heißt es: „Auf Konflikte im Verhältnis zwischen Wolf/Mensch, Wolf/Nutztier oder Wolf/sensible Tierart kann durch behördliche Aufhebung der Schonzeit zeitlich oder territorial schnell, unbürokratisch und kostengünstiger als mit einer bürokratischen Sonderstruktur, wie sie im Managementplan vorgesehen ist , reagiert werden.“  Die Entnahme eines „Problemswolfs“ darf aber nicht durch die Jagd erfolgen. Der häufigste Grund für illegale Wolfsabschüsse ist die Verwechslung mit Hunden – was offenbart, wie leicht Fehler gemacht werden. Umso schwerer ist es, einen ganz bestimmten Wolf zu schießen.

Der Freundeskreis-Vorsitzende Uwe Tichelmann wandte sich deshalb erneut an Minister Kupfer mit der Bitte, das Ansinnen nach einer Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht eindeutig abzulehnen. Der Briefwechsel zwischen dem Ministerium und Tichelmann sowie Überlegungen für weitere Maßnahmen finden Freundeskreis-Mitglieder im Internen Bereich unter "Mitteilungen".

Der Wildbiologe und Jäger Ulrich Wotschikowsky erläutert nachfolgend die Hintergründe für die Diskussion und warum alles derzeit gegen eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht spricht. Seinen Schlussfolgerungen kann sich der Freundeskreis uneingeschränkt anschließen (download)