Infostand im Wildpark Schwarze Berge

Bericht: Jens Hennings

Am 6.Juni 2010 hatte der Wildpark Schwarze Berge seinen diesjährigen Wolfstag und wir vom „Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.“ waren mit unserem Infostand dabei. Am Tag zuvor waren wir noch in Güstrow und hatten dort unseren Verein auf dem Natur- und Umwelttag präsentiert. In der Nacht bin ich dann mit unserer Ausstellung hierher an den südlichen Stadtrand von Hamburg gefahren, um am frühen Morgen mit unserer Standbesetzung rechtzeitig unseren Infostand aufzubauen und einzurichten. Anfangs dachte ich noch, dass wir einen ungünstigen Platz zugewiesen bekommen haben, weil wir recht weit vom Wolfsgehege entfernt standen. Aber das änderte sich schon bald, denn die Besucherströme zogen auf diesem Hauptwanderweg durch den Park direkt an uns vorbei. Da hatten wir natürlich viele Möglichkeiten um auf uns aufmerksam zu machen. Nur wenige Meter von uns entfernt war ein Eventfalkner und führte seine Show den Besuchern vor. Auch deshalb kamen die Gäste hierher. Unser Stand war zeitweilig wieder so belagert, dass wir alle damit beschäftigt waren die vielen Fragen zu beantworten.

Ich hatte das große „Vergnügen“ mich mit einem Jäger zu unterhalten, der zu Hause einen landwirtschaftlichen Betrieb hat. Er kam aus der näheren Umgebung von Stade und berichtete mir viel über seine Muttertierhaltung und das sich keine Hunde und Füchse in der Nähe der Kälber aufhalten dürften. Die Mutterkühe wären so wehrhaft, dass sie sogar Wölfe in die Flucht schlagen würden. Außerdem schießt er im Wald alle frei laufenden Hunde ab und wenn dann mal ein Wolf darunter wäre, hat er eben Pech gehabt. Wölfe wären ja sowieso Schädlinge im Wald und hätten hier auch nichts zu suchen. Auf meine Frage welchen Waldschaden sie denn anrichten, wusste er zunächst keine Antwort. Nach einiger Zeit sagte er dann, dass sie sein Wild fressen würden und das könne man doch nicht tolerieren.

 Es war eine Diskussion, die zu nichts führte. Er konnte meine Argumente nicht akzeptieren und ich war nicht bereit mir sein Gerede anzuhören, deshalb hatten wir dann die Diskussion irgendwann abgebrochen. Das war nach langer Zeit mal wieder ein Gespräch, wo ich keine Lust mehr zu hatte und auch nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. Ich frage mich, wie kann es angehen, dass solche Leute einen Jagdschein bekommen.

Zum Glück sind aber 99% der Gespräche am Stand sehr angenehm, wenn man auch nicht immer einer Meinung ist. Erfreulich war hier auch, dass wir für unsere Petition wieder zahlreiche Unterschriften bekommen haben.