Mit den Indianern in Eekholt

Bericht und Fotos: Jens Hennings

1. August 2010 - Viele große und kleine Indianer und Cowboys kamen auch in diesem Jahr zum Indianertag am 1.August in den Wildpark Eekholt. Anlass waren die jährlich wiederkehrenden Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg. Die Veranstalter schickten einige bekannte Darsteller, um Werbung zu machen für das Stück „Halbblut“. Wir von der AG-Nord des Freundeskreises lassen uns solche Gelegenheit natürlich nicht entgehen und waren mit unserem Info-Stand dabei.

Bei schönem Wetter kamen ca. 3000 Besucher in den Wildpark und viele von ihnen wollten sich von uns auf neuesten Stand in Sachen frei lebender Wölfe bringen. Da es gerade ganz aktuell vermeintliche Wolfssichtungen in der „Wüstenei“ in der Nähe von Lübeck gegeben hatte, war das natürlich ein interessantes Thema. Darüber hatten hier im Norden fast alle Medien berichtet und die Meldung verbreitete sich rasend schnell. Wir waren über diese Sichtungen informiert und hatten bereits Kontakt zum zuständigen Revierförster vom Bundesforstbetrieb aufgenommen. So konnten wir kompetente Auskunft geben und die aufkommende Euphorie bei einigen Besuchern etwas dämpfen. Hinweise, dass es sich wirklich um einen Wolf gehandelt hat, etwa Spuren, stehen nämlich bis jetzt noch aus

Im Laufe des Tages erfuhren wir von einer weiteren möglichen Wolfssichtung bei Handewitt in der Nähe von Flensburg. Wir erklärten den Besuchern, dass eine Sichtung noch kein Beweis für einen Wolf ist, sondern dass man dafür ganz bestimmte Spurmuste braucht oder – besser noch – ein Foto. Manche Hunde sehen Wölfen so ähnlich, dass selbst Experten sie bei kurzen Sichtungen nicht auseinander halten können. Manche Besucher waren nach unseren Ausführungen eher beruhigt, andere enttäuscht; sie hatten geglaubt, dass man bei Flensburg oder in der Wüstenei schon Wölfe sehen könnten. Doch selbst, wenn sich herausstellen sollte, dass es sich um Wölfe handelt – was wir zwar als möglich, aber nicht als sehr wahrscheinlich einschätzen – werden wahrscheinlich nur wenige Menschen sie sehen.

Am Ende der Veranstaltung war mal wieder klar, wie wichtig Info-Stände sein können. Gerade vor dem aktuellen Hintergrund entwickelte er sich dieses Mal als besondere Informationsquelle und diente gleichermaßen dazu, Ängste zu mindern und falschen Enthusiasmus zu dämpfen.