Erstes Herdenschutz-Praxisseminar in Norddeutschland

Bericht: Janine Meißner

Da wo Ortsnamen noch von der einstigen Anwesenheit des Wolfes künden, dahin war er nun wieder zurückgekehrt – nach Norddeutschland an die niedersächsisch-mecklenburgische Landesgrenze.

Wie auch anderswo, wenn Wölfe in einem Gebiet wieder neu auftauchen, war ihre Rückkehr für die Schäferei Seebürger in Preten mit einem Schadereignis verbunden.

Die Schafe dürfen seither nicht mehr ungeschützt auf der Weide verbleiben – Hunde werden nunmehr zum Zwecke des Herdenschutzes eingesetzt.

Dies war der Hintergrund für ein vom Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. angeregtes, organisiertes und teilfinanziertes Praxis-Seminar zum Thema Herdenschutzhunde.

Für den Kurs, der aus Mitteln der EU und des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert wurde, agierte der Freundeskreis als Mittler zwischen Nutztierhaltern, Wolfssachverständigen und Behörden.

Zahlreiche Schäfer aus Norddeutschland machten von der Möglichkeit Gebrauch, von den Erfahrungen und dem Wissen des Schäfermeisters Helmut Lenz aus Sachsen-Anhalt zu profitieren.

Kristin Zscheile (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern) und Norman Stier (TU Dresden – Forstzoologie, AG Wildtierforschung) moderierten die Veranstaltung.

Wer sich wie die Schäferei Seebürger, dem Ausrichter der Veranstaltung, für den präventiven Einsatz von Herdenschutzhunden entscheidet, betritt Neuland.

Was Schweizern und Franzosen vertraut und geläufig sein mag, muss in Deutschland erprobt und etabliert werden. Es fehlen die nötigen Erfahrungen, Expertenwissen ist rar.

In Ermangelung eines bundeseinheitlichen Standards oder eines Herdenschutzhundezentrums als Anlauf- und Beratungsstelle sehen sich Schäfer und Nutztierhalter bei der Auswahl geeigneter Hunderassen, bei der Anschaffung, bei deren Ausbildung und Handhabung, bei der Zucht und in Förderungs- und Versicherungsfragen auf sich allein gestellt.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. hat sich diesbezüglich erfolgreich als Ansprechpartner und Vermittler hervorgetan und wird sich auch fortwährend für ein Miteinander in Sachen Herdenschutz engagieren.

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