JHV 2010 Besuch der Schäferei Neumann

Bericht: Janine Meißner

Im Frühjahr 2002 wird eine Schafherde bei Mühlrose wiederholt von Wölfen angegriffen. Der Schäfer hat 33 tote Schafe zu beklagen. – Derselbe Schäfer wird Jahre später mit einem gewissen Stolz und einem Schmunzeln von „seinen Wölfen“ sprechen, die er erzogen hätte, und ist sich sicher, dass seine Tiere nunmehr bestmöglich vor Wolfsübergriffen geschützt sind.

Nach dem heftigen Schadereignis 2002 stand der „Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.“ ihm als verlässlicher Partner zur Seite – Ehrenamtliche hielten Nachtwachen, bauten Zäune auf und pflegten Zaunanlagen.

Frank Neumann steht seither auch in engem Kontakt zur „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.“, welche ihn beratend und finanziell unterstützt.

Er nahm die Herausforderung, vor die ihn die wieder eingewanderten Wölfe stellten, an und reagierte angemessen. Um seine Tiere zu schützen, schöpft der Berufsschäfer mit Flexinetzen, Litzenzäunen und mehreren Herdenschutzhunden alle Möglichkeiten des Herdenschutzes aus.

Von seinen Schäferkollegen wird er für dieses Tun und mit solch einer Einstellung zum Wolf schon mal verspottet oder sogar beschimpft. Er hält seinen Umgang mit dem Wolf aber unbeirrt und nach wie vor für richtig – und der Erfolg ausbleibender Wolfsübergriffe gibt ihm Recht.

Das macht den Herdenschutz-Experten zum geschätzten Vorbild und Ansprechpartner für Schäferkollegen, die es ihm gleichtun möchten – und zum geschätzten Referenten für Mitglieder des „Freundeskreises freilebender Wölfe e.V.“, die sich anlässlich der JHV 2010 bei ihm einfanden und seine Herdenschutzhunde bei der Arbeit erleben durften.