Netzwerkbildung transeuropäische Wildkorridore

Bericht: Janine Meißner

Netzwerkbildung transeuropäische Wildkorridore Kooperationsworkshop Südbrandenburg – Lubuskie 27. – 28.1.2011 in Łagów

Bis zum Jahr 2020 soll sich auf mindestens 2 % der Landesfläche Deutschlands Wildnis entwickeln dürfen. – So zumindest lautet das optimistische Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (2007).

Bereits im Jahr 2000 wurde die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg gegründet. Sie nimmt sich der drei wesentlichen Schwerpunkte der Landschaftsökologie

- Landschaftszerschneidung
- Sicherung von Wildnisgebieten und Rückzugsmöglichkeiten
- Klimawandel und damit einhergehende Lebensraumverschiebung

an - und versucht Lösungen zu finden und diese zu realisieren.

So ist die Stiftung der Initiator des 2007 ins Leben gerufenen Projektes „Ökologischer Korridor Südbrandenburg“. Dahinter verbirgt sich die Idee, weitestgehend naturbelassene – jedoch voneinander isolierte – Landschafts“inseln“ von Polen über Südbrandenburg bis zur Elbe in Sachsen-Anhalt miteinander zu vernetzen. Wertvolle Trittsteinbiotope sollen so zu einem zusammenhängenden Korridor für wandernde Wildtiere verbunden werden.

Die Vision des  „Ökologischen Korridors“ geht jedoch noch viel weiter. Initiiert durch das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg hatte ein deutsch-polnisches Fachgespräch "Biotopverbund und Wildtierkorridore" bereits am 23. September 2010 in der Landeslehrstätte Lebus stattgefunden.

Der südbrandenburgische Korridor soll an die westpolnische Wojewodschaft Lebus, die sich durch einen enorm hohen Waldanteil auszeichnet, angebunden werden. Vor diesem Hintergrund fand vom 27. – 28.1.2011 im westpolnischen Łagów ein „Kooperationsworkshop Südbrandenburg – Lubuskie“ statt, zu dem sich deutsche und polnische Verwaltungsvertreter, NGOs und Fachleute beider Länder zusammenfanden. Insgesamt zählte die Veranstaltung 38 Teilnehmer.

Das Projekt der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg findet Unterstützung durch das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Vertreter und Referenten beider Institutionen nahmen am binationalen Workshop in Łagów teil und traten in den Dialog mit ihren polnischen Pendants – der Regionale Umweltdirektion Landsberg als staatlicher Stelle und der polnischen Umweltschutzorganisation „Klub Przyrodników“ als NGO.

Während des Workshops wurden im Anschluss an den Vortragsteil in einer Gruppenarbeit die drei Schwerpunktprojekte Planung, Kommunikation und Finanzierung erörtert.

Neben Referenten und Vertretern des WWF und des NABU nahm auch der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. am Workshop „Netzwerkbildung transeuropäische Wildkorridore“ teil.

Der Verein arbeitete in der Projektgruppe „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ mit und wird weiterhin in diesen gemeinsam zu bearbeitenden Projektschwerpunkt involviert sein.

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. ist nunmehr Mitzeichner der Potsdamer Wildnisresolution vom Mai 2010. Zukünftig wird er das Korridorprojekt als Mitglied des projektbegleitenden Beirats unterstützen.