Buntes Programm im Wolfscenter Dörverden

Copyright Foto oben: Wolfscenter Dörverden

22.05.2011 - Bei zunächst sommerlich warmen Wetter fand im Wolfcenter Dörverden der erste Wolfstag Spezial statt. Gemeinsam mit vielen anderen Vereinen und Organisationen wie z. B. dem NABU, der Nothilfe für Polarhunde, der Landesjägerschaft Niedersachsen war auch die AG Nord des Freundeskreises mit ihrem Infostand vor Ort. Besonders gefallen hat mir die freundliche Aufnahme nicht nur durch die Geschäftsführung, sondern auch durch alle Mitarbeiter des Wolfcenters. Der Start der Veranstaltung um 10:00 Uhr sah recht positiv aus, und viele Besucher strömten in den Park. Als jedoch gegen Mittag im Radio vor der heranziehenden Gewitterfront gewarnt wurde, ließ der Besucherstrom merklich nach. Es waren aber immerhin noch ca. 500 Besucher, die zu dieser speziellen Veranstaltung kamen.

Wie immer hatten wir an unserem Stand zahlreiche Besucher, die sich über die aktuelle Situation der frei lebenden Wölfe in Deutschland informierten. Besonderer Anziehungspunkt war mal wieder unsere Magnettafel, auf der wir die Wolfsvorkommen in Deutschland anschaulich dargestellt haben. Große Beachtung fanden die beiden erst kürzlich in Niedersachsen zugewanderten Wölfe. Dazu gab es viele Fragen, zum Beispiel: Wie weit können Wölfe in einer Nacht laufen? Oder: Bilden die beiden Wölfe, wenn sie aufeinander treffen, in Niedersachsen ein neues Rudel? Die erste Frage war noch leicht zu beantworten. Aber bei der zweiten Frage konnten wir nur verschiedene Möglichkeiten aufzeigen: Das eine Tier ist die mit einem Sender ausgestattete Wölfin "Zora" aus Sachsen-Anhalt, die kürzlich bei Lüneburg geortet wurde. Das Geschlecht des anderen Wolfes, der auf dem Truppenübungsplatz Munster fotografiert wurde (und wahrscheinlich zuvor in der Nähe von Maschen) ist noch nicht bekannt. Doch selbst, wenn es ein Rüde ist, kommt es nicht zwangsläufig zur Paarung. Dann nämlich nicht, wenn es sich um einen Bruder Zoras handelt. Wölfe vermeiden bei der Paarung nahe verwandte Tiere, sie erkennen einander instinktiv am "Stallgeruch", selbst, wenn sie sich nie zuvor gesehen haben . Sind die beiden Wölfe in Niedersachsen hingegen nicht verwandt und verschiedenen Geschlechts, dann ist die Chance durchaus gegeben, dass sie ein Paar werden und ein Rudel gründen - und natürlich hoffen wir, dass es so kommt.

Was mir besonders auffiel, waren einige Jugendliche, die immer und immer wieder zu uns an den Stand kamen. Sie wollten wirklich alles über das Thema Wolf erfragen. Wie sich dann herausstellte, arbeiten sie an einer umfassenden Arbeit für die Schule - gut, dass der Wolf inzwischen auch Unterrichtsthema ist.

Auch an anderen Infoständen gab es viel zu tun und zu erleben. Neben zwei verschiedenen Vorträgen und einem Film über Wölfe berichtete ein Schäfer über seine Arbeit und erklärte, wie Herdenschutzhunde arbeiten. Viel wurde vor allem den kleinen Besuchern geboten: Sie konnten Wolfsbilder malen, Wolfsmasken basteln, Wolfspfotenabdrucke aus Gips herstellen oder sich  zum Wolf schminken lassen. Eine Wolfsrallye war ebenfalls für sie organisiert, und für die Gewinner gab es tolle Preise zu gewinnen.

Am 11. September findet im Wolfcenter der zweite Wolfstag Spezial statt. Die AG Nord ist dann auch wieder dabei. Hoffentlich hält dann das Wetter. Es wäre schade, wenn eine mit so viel Engagement organisierte Veranstaltung nicht die gewünschte Besucherzahl bekommt.   Bericht und Fotos (außer Foto Wölfe): Jens Hennings