Wolfsnächte statt Alstervergnügen

11./12.02.2012 - Wer ausgerechnet an dem Wochenende, an dem alle Welt rund um Hamburg auf die erstmals seit 15 Jahren wieder zugefrorene Alter zum Budenzauber mit Glühwein und Schlittschuhverleih strömte, eine Veranstaltung geplant hat, der hat einen ziemlich schweren Stand. Genau das passierte den Organisatoren des Wildparks Eekholt - die 17. Eekholter Wolfsnächte konnten deshalb leider nicht die üblichen 4.000 Besucher verbuchen wie in den Jahren zuvor. Doch diejenigen, die Informationen rund um den Wolf dem Getümmel auf Hamburgs Binnensee vorzogen, kamen voll auf ihre Kosten.

Mit den alljährlich stattfindenden Wolfsnächten möchte der Wildpark Eekholt einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass der Wolf wieder als Teil der Natur anerkannt wird. Und natürlich ist der Infostand des Freundeskreises seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Programms. Das hatte dieses Jahr eine Besonderheit aufzuweisen: Erstmals informierten die sogenannten "Wolfsbetreuer" des Landes Schleswig-Holstein über ihre vielseitige Arbeit. Sie helfen ehrenamtlich den offiziellen Behörden und Ministerien des Landes, über den Wolf zu informieren, gehen möglichen Hinweisen nach - weshalb sie in Spuren- und Risskunde ausgebildet sind - und helfen im Schadensfall. Seit 2011 ist der Wildpark Eekholt das Wolfsinformationszentrum von Schleswig-Holstein und damit zuständig für alle ausgebildeten Wolfsbetreuer des Bundeslandes .

Ebernfalls außergewöhnlich ist der derzeit stattfindende Neubau des Eekholter Wolfsgeheges, wozu es spezielle Führungen gab. Das Gehege wird von 2500 auf 10000 Quadratmeter Fläche erweitert, womit Platz für weitere Wölfe geschaffen werden soll - im Augenblick beherrbergt der Park nur noch ein einziges Geschwisterpaar. Bis zu 10 Tiere werden im neuen Gehege leben können. Der Bau sieht außerdem vor, dass der Besucher einen ungehinderten Blick auf die Tiere werfen kann und nicht durch die Maschen eines Drahtzaunes gucken muss.

An unserem Infostand bekamen wir trotz verringerter Besucherzahl viel Zustimmung für unsere Arbeit, und unsere mannshohe Wolfsverbreitungskarte war wie immer ein Magnet. Auch die Anmeldungen für das Erlebniswochenende für Kinder vom 24. bis 26. August dieses Jahres liefen gut an mit bereits 20 Voranmeldungen. Text und Fotos: Jens Hennings