Holzaktionstag in Trappenkamp

5.-6. Mai - Im Erlebniswald Trappenkamp fanden die vierten Holzaktionstage statt, und da das Thema Wolf gut zu Wald und Forst passt, wurden auch wir von der AG Nord des „Freundeskreis freilebender Wölfe“ mit unserem Infostand eingeladen. Wer den Werkstoff Holz hautnah erleben möchte, war hier genau richtig. Über 100 verschiedene Aktionen, z.B. ein mobiles Sägewerk, Holzerntemaschinen, Holzrücken mit Pferden, Timbersport mit Axt und Handsäge und vieles mehr konnte man live erleben. Auch Mitmachaktionen für Groß und Klein wurden zahlreich angeboten. Außerdem waren über 50 Waldarbeiter angetreten, um den Titel des Landesmeisters zu erkämpfen. Es war also nicht verwunderlich, dass bei schönem, aber kaltem Wetter mehr als 13000 Besucher auf das Veranstaltungsgelände strömten.

Im Eingangsbereich zu der riesigen Freifläche, auf der die großen Maschinen gezeigt und die vielen Wettkämpfe der Waldarbeiter durchgeführt wurden, waren wir mit unserem Infostand sehr günstig positioniert. An den uns gestellten Fragen merkte man allerdings sehr genau, dass wir uns auf einer Forstvberanstaltung befanden. Sie und der Verlauf der Gespräche unterschieden sich merklich von denen, die wir zum Beispiel auf einer Hundeveranstaltung erleben. 

 
Forstleute sehen in dem Wolf vielfach ein Tier, das dem Wald nutzt, indem er Pflanzenfresser erbeutet und somit die Fraßschäden an den jungen Pflanzen und Bäumen verringert. Auch akzeptieren sie ihn als ein Stück Natur, das einfach dazu gehört. Häufig stellten sie uns die Frage, wann sie endlich auch hier bei uns den Wolf wieder im Wald sehen können.
Hundeleute interpretieren gerne etwas Wolf in ihren Hund, obwohl durch die Domestikation bei vielen Hunden nur noch wenig wölfisches vorhanden ist. Man muss sich einige Hunde schon sehr genau anschauen und ihr Verhalten beobachten, um den Urvater Wolf in ihnen zu erkennen. Aber auch viele Hundeleute wissen, dass der Wolf hier einmal gelebt hat und freuen sich darüber, wenn er hier wieder heimisch wird.


Leider gab es auf dieser Veranstaltung nicht nur positive Reaktionen zu den sich wieder ansiedelnden Wölfen. Vier Standbesucher sprachen sich sehr negativ zu dem Thema aus und hatten kein Verständnis für unseren Einsatz für die Wiederansiedlung der Wölfe. Ein Besucher stand vor unserer großen Landkarte, auf der wir die Wolfsvorkommen in Deutschland zeigen. Am liebsten sähe er alle als lebend gekennzeichneten Wölfe tot, meinte er. Er forderte deutlich, alle Wölfe abzuschießen, denn nur ein toter Wolf ist ein guter Wolf. Zu einem klärenden Gespräch war der Besucher nicht bereit. Glücklicherweise sind solche Begegnungen Einzelfälle. Text und Fotos: Jens Hennings