Zeittunnel im Wolfscenter

13.05.2012 - Im Wolfscenter Dörverden fand bereits zum dritten Mal ein Wolfstag Spezial statt. Natürlich waren wir von der AG Nord des Freundeskreises freilebender Wölfe wieder mit unserem Infostand dabei, und diesmal spielte sogar das Wetter mit. Im Vorfeld hatten wir allerdings einige Probleme, genügend "Standpersonal" zu bekommen, denn die AG Nord war an diesem Wochenende gleich an drei verschiedenen Orten mit Infoständen vertreten. Dank unserer engagierten Mitglieder gelang es dann aber doch, alle drei Stände gut zu betreuen. Außer uns war  nur noch der NABU mit einem Stand in Dörverden vertreten.

Wir wurden im Wolfscenter wieder sehr freundlich empfangen. Leiter Frank Fass war behilflich beim Transport unserer Ausstellungsutensilien auf das Gelände. Auch die Versorgung mit Speisen und Getränken für unser Standpersonal hat das Center übernommen, hierfür noch einmal ein herzliches Dankeschön.

Unser Stand war wieder einmal gut besucht und - wie jedes Mal - insbesondere unsere große Deutschlandkarte mit den darauf dokumentierten aktuellen Wolfsvorkommen. Das Wolfscenter führte eine Wissenralley über den Wolf durch, weshalb wir dieses Mal auch mit recht ungewöhnlichen Fragen konfrontiert wurden. So zum Beispiel, „wie lang sind die Fangzähne des Wolfes incl. der Wurzel? “  oder „wo sitzen die Reißzähne?“. Auch mir war bislang der Unterschied zwischen Fang- und Reißzähnen nicht klar, dachte ich doch, das sei ein und dasselbe. Fangzähne sind jedoch die verlängerten Eckzähne, Reißzähne hingegen vergrößerte Backenzähne. Bei Raubtieren bilden der erste Backenzahn (Molar) des Unterkiefers und der letzte Vorbackenzahn (Prämolar) des Oberkiefers eine so genannte Brechschere, um das Fleisch zu zerschneiden. Also...wieder was gelernt.

Besonders interessant war für mich der Zeittunnel, ein neues Element der Ausstellung im Innenraum des Wolfscenters. Er zeigt die Entwicklung der letzten 15000 Jahre. Hier kann der Besucher erleben, wie schnell wir uns von Jägern und Sammlern zum hochtechnisierten Mensch entwickelt haben. Auch die Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft sowie der Jagd und deren Methodik wird gezeigt. Es gibt hier so viel zu sehen und zu lesen, dass man sich einen ganzen Tag in diesem Zeittunnel aufhalten kann und dabei immer neue interessante Themen entdecken würde. Eine weitere Neuheit im Park ist ein Baumhaus, das in 5 Meter Höhe direkt am Gehege der 6  handaufgezogenen Wölfe steht. Von dort oben hat man eine fantastische Aussicht über das Gehege. Das Baumhaus kann für Übernachtungen gemietet werden -  es ist sicher ein einmaliges Erlebnis, morgens vom Heulen der Wölfe geweckt zu werden.

Am 9. September gibt es wieder einen „Wolfstag Spezial“ im Wolfcenter Dörverden. Dann werde ich mit Sicherheit wieder in den "Zeittunnel"  eintauchen.

Text und Fotos: Jens Hennings