27. Januar 2008: Premiere - Treffen der „Nordlichter“

Zum ersten Mal seit ihrem Bestehen traf sich die AG Nord zum gegenseitigen Kennenlernen und Informationsaustausch. Der Wildpark Eekholt, in dem auch jedes Jahr im August das Kindercamp des Freundeskreises stattfindet, stellte die Räume seiner Wildparkschule kostenlos zur Verfügung.
Die „Nord-Freunde“ waren bis auf drei Mitglieder aus dem Postleitzahlenbereich 2.. alle erschienen.

Wolfstein in Schleswig Holstein
Gleich zu Anfang ging es um äußerst schwerwiegende Probleme: Wie bekommt man einen anderthalb Meter hohen und zwei Meter breiten Granitblock von einem Steinbruch zu dem etwa 15 Kilometer entfernten Ort Brookenlande? Dort wurde vor etwa 180 Jahren der letzte Wolf in Schleswig-Holstein erschossen – und die „Freunde“ wollen ihm ein Denkmal setzen. Seit Jahren schon ist Jens in ganz Deutschland unterwegs zur Dokumentation von alten Wolfsdenkmälern.
Noch während seines Berichtes kam die Nachricht von der Leitung des Wildparks: Der Stein ist schon da, keine 200 Meter von der Wildparkschule entfernt. Parkleitung und Freunde hoffen nun, während der Eekholter Wolfsnächte im Februar so viele Spenden sammeln zu können, um einen Steinmetz für die Inschrift zu bezahlen. Den Transport an den Bestimmungsort besorgt dann der Wildpark.

Spurensuche in Woosmer
Eine Sorge weniger, und wir konnten uns wieder lebenden Wölfen zuwenden. Beatrix und Jens berichteten von ihrer jüngsten Spurensuche auf den Äckern bei Woosmer im Kreis Ludwigslust. Dort waren am 9. Februar 13 Schafe gerissen worden, der Verdacht fiel auf Wölfe. Denn nicht weit davon, auf der anderen Elbseite, war kürzlich ein Wolf geschossen worden.
Beatrix und Jens, beide von LUPUS und der Wildnisschule „Wildniswissen“ in Fährtenkunde ausgebildet, hatten tatsächlich Spuren im so genannten geschnürten Trab neben dem Nachtpferch finden können – ein starker Hinweis auf Wölfe.
Jens wird die Ergebnisse noch in dieser Woche dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie präsentieren, den Freundeskreis vorstellen und Hilfe bei der Spurensuche und beim Aufbau von Sicherheitszäunen für Schäfer anbieten - dem Beispiel der Gruppe Ost in der Lausitz folgend. Fast alle Nordfreunde erklärten sich bereit, beim Zaunbau mitzuhelfen, einige überlegen auch, Fährtenkurse zu besuchen und so die bislang nur zwei ausgebildeten ehrenamtlichen „Wolfsbetreuer“ der Gruppe Nord zu unterstützen.

Gefährlichkeit des Wolfs
Länger diskutiert wurde über den Punkt: Was antworte ich am Infostand auf die Frage, wie gefährlich Wölfe für Menschen sind. Wir einigten uns auf folgende Punkte:

 - Wölfe weichen in aller Regel dem Menschen aus, weil sie ihn viel früher bemerken als umgekehrt

 - Wer trotzdem das Glück hat, einen Wolf zu sehen, muß nicht befürchten, das Tier sei tollwütig. Wölfe brauchen keine Wildnis, sondern kommen gut auch in bewohnter Landschaft zu Recht. Da sind Begegnungen nicht völlig ausgeschlossen.

 - Der Mensch gehört nicht in das Beutespektrum des Wolfes. Beginnt er jedoch, einen Wolf zu füttern, kann sich das Tier daran gewöhnen und aufdringlich und gefährlich werden, ähnlich wie Bären in den USA. Daher: Wölfe niemals füttern!
Wer sich unvermutet einem Wolf gegenüber sieht: Ruhig bleiben, mit dem Tier laut sprechen, nicht weglaufen.

 - Hunde in Wolfsregionen in der Nähe des Menschen halten.

 - Wildschweine sind sehr viel gefährlicher für Spaziergänger als Wölfe.

Wendländische Wolfstage
Doro und Marion aus dem Wendland stellten das Programm für ihre 2. Wendländischen Wolftage Anfang April in Mützingen vor. Seit im Dezember nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort entfernt ein Wolf auf einer Treibjagd geschossen wurdeist das Thema Wolf im Wendland brandheiß. Vorträge, Demonstrationen und vor allem ein umfangreiches Programm für Kinder werden bestimmt wieder viele interessierte Menschen anlocken und helfen, auch den Freundeskreis wieder bekannter zu machen. Für den 10. Februar haben die beiden engagierten Freundeskreis-Frauen einen Informationsaustausch zwischen Verbänden, Jagdverbänden und interessierten Behördenvertretern geplant, an dem natürlich auch der Freundeskreis mit einigen Mitgliedern vertreten sein wird.

Alles in Allem war das Treffen der Nordlichter ein voller Erfolg und alle Freunde waren sich einig: das machen wir nächstes Jahr wieder!

Redaktion Freundeskreis