Nordlichter-Treffen

20-01-2013 Die erste Aktion der AG Nord im Neuen Jahr war ihr bereits traditionelles Treffen in den Seminarräumen des Wildparks Eekholt. Jens Hennings berichtete vor 29 Zuhörern von den Aktivitäten des letzten Jahre. 22 Veranstaltungen mit Infoständen hat die AG durchgeführt und mußte sich zuweilen sogar aufteilen, um alle Termine wahrnehmen zu können.

Sorge macht den Mitgliedern die Informationspolitik des Landes Schleswig-Holstein. Kaum eine Dienststelle weiß, wie sie handeln muss, falls jemand einen Wolfhinweis meldet. Über den Verbleib des Wolfs, der im vergangenen Jahr im Kreis Segeberg fotografiert worden ist, ist nichts bekannt. Das Land betreibt so gut wie keine Öffentlichkeitsarbeit, was dazu führt, dass sich Journalisten ihre Informationen woanders holen müssen. So lassen sich Falschmeldungen schwer vermeiden. Zum Beispiel seien angeblich Ende letzten Jahres sechs Rehe vom Wolf gerissen worden. Doch es gibt keinerlei Beweis dafür. Das Wolfsmonitoring muss immer in staatlicher Hand bleiben - ebenso wie die dazu gehörige Öffentlichkeitsarbeit. Die Gruppe Nord wird diesbezüglich Kontakt mit den Zuständigen im Kieler Umweltministerium aufnehmen.

Zu Gast waren auch einige Mitglieder der im Sommer 2012 gegründeten AG Gifhorn. Sascha Büttner stellte die bisherigen Aktivitäten vor - darunter eine Informationsveranstaltung speziell für Schäfer in Amelinghausen, die auf großes Interesse stieß. Das Land Niedersachsen hatte im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landesjagdverband geschlossen, der seitdem die Hauptrolle beim Wolfsmonitoring spielt. Die Freundeskreismitglieder befürchten dadurch eine einseitige Wahrnehmung.  

Inzwischen leben in sechs Bundesländern Wölfe. Da Wolfschutz Ländersache ist, erstellt jedes Land seine eigenen Richtlinien und Managementpläne, die sich teilweise deutlich unterscheiden. Dadurch wachsen auch die Aufgaben für den Freundeskreis. Die Vorstandsmitglieder wollen zusammen mit den Leitern der AGs die weitere Strategie diskutieren.

Nach vier Stunden mit vielen anregenden Diskussionen trennten sich die Teilnehmer. Manche besuchten vor der Heimfahrt noch das Eekholter Wolfsrudel in dem kürzlich neu erstellten Gehege. So bekamen sie nach den vielen Worten und Charts rund um die Wölfe auch nochmal einige "life" zu sehen.
Fotos und Bericht: Beatrix Stoepel