Landkreis Verden veröffentlicht Flyer zum Verhalten bei Wolfsbegegnungen

19.05.2015 - Seit 2008 leben wieder Wölfe in Niedersachsen. Fachleute gehen derzeit von rund 50 bis 60 Tieren aus und rechnen mit einer zunehmenden Ausbreitung. „Es ist wahrscheinlich, dass erste Vorkommen in naher Zukunft auch im Landkreis Verden zu vermelden sein werden“, erklärt Thomas Arkenau von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden. Erste Beobachtungen, die auf ein wanderndes Einzeltier hindeuten, hätte es im östlichen Landkreis gegeben. Bislang fehle aber ein anerkannter Nachweis, so Arkenau.

Zum Thema „Wolfsbegegnung – wie verhalte ich mich“ hat der Landkreis jetzt einen Flyer veröffentlicht, der nachstehend abgerufen werden kann. Neben allgemeinen Informationen über den Wolf und Tipps zum Verhalten bei Begegnungen mit den Tieren, nennt die Broschüre auch die für den Landkreis Verden vom Land benannten Wolfsberater. Im Landkreis sind Frank Fass, Nicola Gölzner, Imke Mohr und Gesa Wölm, allesamt vom Wolfcenter in Dörverden, beratend tätig.

Beim Wolf, so Arkenau, handele es sich um eine heimische, europaweit streng geschützte Tierart, die nach wie vor stark bedroht sei. Wölfe seien nicht angesiedelt worden, sondern nach 1990 aus östlichen Ländern zugewandert. Auch in Italien, Schweiz und Frankreich sei er seit Jahrzehnten wieder heimisch oder nie ausgestorben gewesen. Die Bevölkerung habe allerdings keine konkreten Erfahrungen im Umgang mit dem Wolf, weil er in ganz Deutschland über mehrere Generationen hinweg ausgerottet sei.

Für ein konfliktarmes Miteinander von Mensch und Wolf hat das Land Niedersachsen mittlerweile eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. So wurden vom Land so genannte Wolfsberater als Ansprechpartner für Bevölkerung und Nutztierhalter ernannt, die über das Land verteilt mit Rat und Tat ehrenamtlich zur Verfügung stehen. Zudem führt die Landesjägerschaft ein Wolfsmonitoring im Auftrag des Umweltministeriums durch, bei dem alle Hinweise und Beweise für gesichtete Wölfe oder durch den Wolf getötete Wild- und Nutztiere zusammengetragen werden.

Erfahrungen auch in Niedersachsen zeigten bisher, dass Wölfe auch ungenügend geschützte Nutztiere, insbesondere Schafe, Ziegen, Gatterwild und teilweise junge Rinder, angreifen. Daher hat das Land Ende letzten Jahres die „Förderrichtlinie Wolf“ erlassen. Danach können Nutztierhalter, die im Haupt- oder Nebenerwerb Schafe, Ziegen oder Gatterwild halten, eine bis zu 80prozentige Bezuschussung für die Errichtung eines Grundschutzzaunes gemäß Förderrichtlinie erhalten. Hobbyhalter aller Nutztierarten können von dieser Möglichkeit jedoch keinen Gebrauch machen.

Rinder- und Pferdehalter können Bezuschussungen für geeignete Grundschutz-maßnahmen erst beantragen, wenn sie einen Wolfsriss unter den eigenen Tieren haben. Dass ein Wolf die Ursache war, wird amtlich vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Hannover festgestellt, nachdem ein Wolfsberater vor Ort die Dokumentation aufgenommen und dem getöteten Tier eine DNA-Probe entnommen hat. Der betroffene Nutztierhalter sollte daher umgehend einen örtlichen Wolfsberater kontaktieren.

Gemäß Förderrichtlinie müssen die Grundschutzmaßnahmen bis November 2015 abgeschlossen sein. Sollte danach ein Wolf ungeschützte Schafe, Ziegen oder Gatterwild töten, kann das Land Niedersachsen den Antrag auf Schadensausgleichszahlungen ablehnen. Informationen zur Förderrichtlinie sind unter www.umwelt.niedersachsen.de abrufbar.

Flyer "„Wolfsbegegnung – wie verhalte ich mich“: PDF-Download

Quelle: Pressemitteilung Landkreis Verden

juri.