Neues aus dem Wolfsmonitoring Niedersachsen

05.02.2016: Wie die Landesjägerschaft Niedersachsen auf der Internetseite wildtiermanagement.com mitteilt, können jetzt in zwei Bereichen Niedersachsens neue Territorien bestätigt werden:

1. Göhrde: Bislang deuteten Fotos von unterschiedlichen Wölfen (Rüde und Fähe) darauf hin, dass sich hier ein weiteres Wolfspaar etablieren könnte. Nun zeigen die genetischen Ergebnisse, dass seit März 2015 ein männlicher Nachkomme aus dem Gartower Rudel regelmäßig in der Göhrde nachgewiesen werden konnte. Des Weiteren wurde ein weibliches Tier aus dem Munsteraner Rudel ebenfalls zweimal (Mai und September) im vergangenen Jahr genetisch in der Region bestätigt. Zusammen mit den erbrachten Fotonachweisen von jeweils zwei Wölfen aus Anfang und Ende Mai 2015 ist davon auszugehen, dass sich in der Region ein Wolfspaar ortstreu etabliert hat. Gemäß SCALP Kriterien der aktuellen Monitoringstandards muss ein ortstreues Paar im Abstand von mindestens 4 Wochen zweimal durch C1-Nachweise bestätigt werden. Dies gelingt nun anhand der genetischen Ergebnisse. Über welches Gebiet sich das Territorium der Tiere genau erstreckt, kann noch nicht sicher gesagt werden.

2. Eschede-Ost: Im Landkreis Gifhorn weisen genetische Untersuchungen von Proben an Nutztierrissen sowie Losungsfunden nun nach, dass eine Fähe aus dem Rudel bei Ueckermünde (MV) seit März 2015 mehrfach individualisiert werden konnte. Insgesamt konnte die Fähe bereits viermal in den Monaten März, Mai, August und September individuell bestätigt werden. Gemäß der SCALP-Kriterien der aktuellen Monitoringstandards muss ein ortstreues Einzeltier mehrfach über deinen Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einer Region nachgewiesen werden.  Dies gelingt anhand der Genetikdaten. Anhand der Genetik lässt sich die Fähe auch von dem benachbarten Rheinmetallrudel abgrenzen. Auf dem Gelände der Rheinmetall gesammelte Genetikproben weisen andere Individuen aus.
Fotofallenbilder von mindestens einem Wolfswelpen und bis zu fünf Wölfen aus der Region aus dem letzten Jahr lassen darüber hinaus vermuten, dass sich nicht nur ein Einzeltier in der Region aufhält, sondern sich eventuell ein weiteres Rudel etabliert hat. Hierbei ist allerdings eine sichere Abgrenzung zum Rheinmetall Rudel bislang nicht möglich. Daher kann bislang sicher nur ein Einzeltier als ortstreu nachgewiesen werden.

Darüber hinaus gibt es aus zwei weiteren Regionen interessante Nachweise:

1. Rotenburg-Wümme: Nachdem im Juli 2015 zwei Wölfe mittels Fotofalle bei Ostervesede nachgewiesen wurden, bestätigt nun ein Fotofallenvideo erneut zwei Wölfe in der Region. Gemäß SCALP-Kriterien und Monitoringstandards muss aber ein ortstreues Wolfspaar im Abstand von mindestens vier Wochen individuell bestätigt werden. Da uns aus der Region bislang nur wenige genetische Nachweise vorliegen, bleibt der Status des Wolfsvorkommens bislang noch unklar.

2. VNP/FoA Sellhorn: Aus dem Forstamt Sellhorn wurden zwei Nachweise von jeweils zwei Wölfen gemeldet. Zum einen ein Video von einer Jagd aus Oktober 2015 sowie Fotofallenbilder aus Januar 2016. Somit erhärtet sich auch hier der Verdacht, dass ein ortstreues Paar ansässig ist. Die genetischen Ergebnisse können die Individuen aber bislang nicht sicher bestätigen.

Quelle: Landesjägerschaft Niedersachsen Link

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